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ßerer Vortheil zu, als durch obige Verzinsung der Obligationen a 2-|§; indem nach Maßgabe, daß das bisherige Papiergeld außer Circulation kommt, die Banknoten (welche der Bank keine Interessen kosten, welche sie gleich baarem Gelde ausgibt, damit discontirt und Vorschüsse macht, folglich Interessen davon genießt) an dessen Stelle treten. Aus dieser Ursache ist denn auch die Bank-Dividende bisher von Jahr zu Jahr gestiegen, und hat im lezt verflossenen Jahr 59 fl. betragen, welches dann, auch sogar die Interessen a 5 § gerechnet, während in sehr vielen deutschen Staaten schon die 4g Staatspapiere nahe an pari, wo nicht darüber stehen, den Werth einer Actie auf 1180 fl. stellt. — Hiezu kommt noch der Reservefond, welcher Anfangs dieses Jahrs bereits 1,943,116 fl. 5 i$ kr., oder auf jede Actie 37 fl. 40 kr. betrug, und nunmehr durch die Interessen von Interessen, und durch dasjenige, was alljährlich als Dividende-Ueberschuß zurückgelegt wird, immer mehr steigen muß. Dazu kommt noch 1) daß die Regierung die Bank sehr, begünstigt und ihr manche Vortheile zuwcndet, 2) und ganz besonders, daß die Bank im Betreff der auszugebenden Bankrwtlm^virrchET^mchi-^efW'Ztnkr ist, und also nach und nach selbst auch bis auf die Summe von 100 Millionen fl. und mehr in Circulation setzen, folglich davon Interessen und Dis- conto genießen, auch vermöge ihres Privilegiums Darlehen auf Grundstücke machen kann. — Aus allen diesen Ursachen halte ich es gar nicht sür unmöglich, daß schon binnen den nächsten Jahren, besonders wenn in Frankreich und andern Staaten der Zinsfuß herabgesczt werden sollte, die Actien auf i boo fl., in der Folge wohl auch bis auf 2000 fl. und darüber steigen. Um so mehr, als so viele Capitalisten in Holland und im Norden von Deutschland, die früherhin durchaus nichts von Staatspapieren wissen wollten, und sich mit 2 bis 2Z % Disconto von ihrem Gelde begnügten, sowie die Engländer, die früherhin ihre großen Capi- talien blos in den englischen Stocks anlegten, nunmehr anfangen, des höhcrn Ertrags wegen, für große Summen dstreichischer Papiere anzukaufen, die hiedurch in feste Hände kommen und dem
Staatspapierhandel entzogen werden. Was Alles ebenfalls dazu beyträgt, den Kurs der übrigen noch im Handel befindlichen Staatspapiere zu steigern.
Diese Ansichten, welche von gar vielen Andern getheilt werden, so wie das Stocken aller soliden Handlungsgeschäfte mögen wohl auch die Ursachen seyn, warum so viele Waarenhändler, zum Theil für weit größere Summen, als sie nicht eigenes Vermögen besitzen, Staatspapiere auf Lieferung kaufen. — Bisher, weil solche feit Anfang des J,chrs 1821 immer höher und höher gingen und das etwaige Weichen nur momentan war, befanden sie sich wohl dabey, und Manche mögen in aller Unschuld nicht unbedeutende Sümmchen dadurch verdient haben.— Indessen bleiben die Staatspapierkäufe auf Lieferung immer eine höchst gefährliche Sache, die vom Staate aus verboten > werden sollte; so wie denn auch sogar in Frankreich alle Lieferungsverkäufe und Einkäufe, die sich über das Ende des laufenden Monats erstrecken, nur in so ferne gültig sind, als der hiedurch Benachrhei- ligte, seines ferncrn Credits wegen, solche sreywillig halten will, indem bey den Gerichten deßfalls keine Klage angenommen wird.
Ueberhaupt sollte Niemand mehr Staatspapiere kaufen, als er bezahlen und an sich behalten kann, um im Falle eines unvermutheten Weichens sie nicht mit Schaden wieder losschlagen zu müssen, sondern die Besserung, die wenigstens bisher immer eingetreten, abwarten zu können.
Auch ich habe einen Theil meines Vermögens in Staatspapicren angelegt, aber nicht als Specu- lations-, sondern als Renten - Geschäft. Durch das seitherige Steigen hat sich zwar deren Nominalwerth um sehr Vieles, bey den Actien sogar um mehr als das Doppelte vermehrt; aber so lange ich nichts davon realisi're, ist die reine Revenue davon noch fast immer dieselbe, wie schon vor mehreren Jahren.
Noch bemerke ich, daß wenn die Bank, die bereits mehr als 10 Filial-Kassen hat, und deren noch 10 andere, so bald sie es für gut findet, errichten kann, damit ibre Noten in der ganzen großen Monarchie von 3 o Millionen Menschen gleich baarem Gelde circuliren, nach und nach bis an