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Französische, «euere Literatur.

(Fortsetzung Nr. i 5 i.)

6 . Resume de lhistoire de lEinpire ger- xnanique par Arnold Scheffer, Paris, 1824. 2 Fr. (Im gut geschriebenen Büchlein «st zwar in dessen zwölf Kapiteln viel zusammengedrällgt, die Anordnung aber nach den herrschenden Kaiser- samilien gemacht, ohne sich zu höher« Priucipien solcher Art zu erheben, wie wir so eben bey Bo- din und Rabbe andeutelen.)

y. Precis de Phisloire d'Anglrterre, de- puis les premiers tems jusqtta nos jours; par Thery, docteur es-lettres, professeur de Se­eon de au College royal de Versailles. Paris, 1824. 5 Fr. (Zunächst zwar für die Jugend ge­schrieben, aber Jedermann wird diesen Abriß mit Interesse lesen. Die politische Tendenz ist der mo­ralischen untergeordnet. Der Verf. hat kein Haupt- factum übergangen, hebt aber vorzugsweise diejeni­gen aus, welche Liebe zur Tugend einflößen und Abscheu vor dem Laster erregen können. Fremd allem Partheygeist erhebt er sich dadurch zu einem höher», allgemeinen Standpunkt.)

Untergebenen «-che» und nötbjgevfalls den. Lehrer darüber in qenauere Kennrniß setzen. So kann alsdann dem Nebel gehörig entgegen gearbeitet werden.

Schweiz.

Hülfsgesellschaft in Zürich.

Aus ihrem Bericht über die von ihr gestifteten Ar, meuschulen geht hervor, daß sie ihren guten Fortgang haben und alle Kräfte darin gehörig für den künftigen Beruf entwickelt werden. Die Aufsicht ist geregelt und wachsam und größte Ordnung herrschend. Ueber 350 Kin­der besuchten im Jahre 1823 diese Schulen. Dem einge- führten, wechselseitigen Unterricht verdanken sie einen gro­ßen Therl ihres Fortgangs. Man hat, mit Weglassung aller Nebensachen oder zu lästigen Formen nur das Wesent­lichste bevbehalten und davon den glücklichsten Einfluß auf den Elementar-Uuterricht verspürt. Besonders hat dadurch die Moralität gewonnen, auf weiche jezt der Haupr- lehrer weit mehr sein Augenmerk richten kann; was nicht thunlich war, so lange ihm der Unterricht allein oblag. Er kannte daher wenig oder gar nicht Charakter, Sitten, auch wohl Laster und Rohheit im Reden und Handeln so vieler Schüler. Jezt ist dieß anders. Die Monitoren sind nicht nur für eigne, gute Aufführung verantwortlich ge­macht ; sondern müssen auch noch über das Betragen ihrer

Debatten und Berichtigungen.

S t a a t s p a p i e r e.

Von der Donau am 18 Junr 1824.

Der H es per ns Nr. J44, enthält eine Kritik gegen den'Artikel von der Donau d. d. 2g. Mai a. c., der in Nr. 136 dieser Blatter abgedruckt ist. Der Einsender scheint ein sehr gestrenger Herr zu seyn, da er sich an« maßt, weaen eines Artikels von allgemeinem Interesse den Verfasser vor seinen ganz incompetenten persönlichen Rtchkerftubl zu provocrren, um sich da zu verantworten.

Man glaubt zwar, daß der Herr Kritrker bey ruhigem Nachdenken von selbst finden werde, daß jener Artikel auch andere als ihn angehe, und daher ihn unpartheyrscher beur- thelien werde; inzwischen entspricht man hier seinem Wunsche, hauptsächlich des Publikums wegen.

So vielerley Thorhelten auch auf unserem Erdball schon erschienen und die Menschen mehr oder weniger an­steckten, so erleben wir doch immer wieder neue, vorher noch nie da gewesene. Der Herr Gegner kann daher un­möglich mit Billigkeit verlangen, daß man vor Tbvrhei- ten die sich so eben erst aus dem Geist der Zeit ent. wickeln, von deren Gefahren man alio auch noch keine ^_LLNotmß haken, kann schon zum LSoraus warnen solle l Dieß überstiege 1« die Kräfte menschnchen Verstandes!

Würde der Herr Kritiker ein gut unterrichteter Geschäftsmann seyn, so hätte er seit einigen Wochen aus den Frankfurter Börsen-Berichten ersehen müssen, daß die Wiener Bankaktien, die man auf die schwindeln­de Höhe von 1440 fl. im 24 fl. Fuß trieb, bis auf 1260 fl. im 24 fl. Fuß in wenigen Tagen wieder gefallen sind.

Ist das wohl etwas anderes, als Spiel der Agioteurs und Jobbers ?

Schon in dieser einzigen Beziehung erscheint jener Artikel von der Donau als zeitgemäß und wohlthatig, in­dem er manchen Unerfahrnen vor künftigen großen Ver, lüsten bewahren kann!

Was so klar vor Augen liegt und auch dem Laien begreiflich wird, laßt sich durch Sophistereyen weder ver­drehen noch verdunkeln. Man hält daher jede weitere Erörterung für unnvthig und begnügt sich mit dieser er­sten aber auch lezten Antwort.

Der HesPerus wird ohne Zweifel die Güte haben, auch diesen Artikel in seine interesianten Blatter aufzu- nebmen.

Verlegt von der I. G. Cott«'scheu Buchhandlung. Verantwortlicher Redakteur C. C. Andre.