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1. Dieses ungewöhnliche Mondgebilde fällt jedem geübten Auge mit dem er- stenBUcke sogleich alsKunstwerk auf.

Ich habe mich sorgfältig gehütet, der Zeichnung keinen stärker» Kunsmustrich zu geben, als die na­türliche Ansicht des Originals ihr gibt, so wie in allen meinen Zeichnungen kein Schartcnstrich und kein Punkt ist, den ich nicht gesehen habe. Bey der ersten natürlichen Ansichtigwerdung dieses Gegen­standes wähnte ich, von großer Höhe eines steilen Berges herab, bey trüber Luft, die Vogelperspec, tive einer Stadt vor mir zu haben, und mein erster Ausruf war: O Schröter, da ist's, was du im­mer vergeblich suchtest.

Man sey so erfinderisch, als man wolle, man wird es nie wahrscheinlich machen können, daß die Natur die Mittel hat, für sich allein eine solche Bildung hervorzubringen. Krystalldrusen von 5 geographischen Meilen kann sie wohl auf dem Monde nicht produciren, da auf der Erde Kristalle vvu 5 Fuß schon eiu großes Wunder sind (wenn man nicht etwa Stalaktiten dafür halten will.)

Allein ein Termitenban könnte es doch seyn? Allerdings lassen sich riesenartige, flügellose Insekten mit ihren Kunsttrieben im Monde annehmcn. Allein haben sie auch Menschenverstand? Daß dieses mit Nein beantwortet werden muß, wird sich aus dem Folgenden ergeben.

2 . Es hat von Ost nach West und von Nord nach Süd, so weit daran die Kunst merklich ist, einen Durchmes­ser von wenigstens fünf geographi­schen Meilen.

Soll dieses Kunstwerk zur Verhöhnung unserer Pyramide» da seyn? Wenn die Mondbcwoh- ner so gute Fernröhre besitzen, als wir, so müssen sie doch die chinesische Mauer gesehen haben, welche auch nicht ärmlicher aussieht, als wäre sie von Mond- bewohn'rn gebaut.

Allerdings ist cs viel leichter, auf dem Monde kolossale Kunstgebäude anzulegen, als auf der Erde, da dort die Körper 5^mal leichter sind, weßhalb

sie aufeinander kernen so starke» Druck ausüben, und viel leichter zu behandeln seyn mkssen.

3. Es befindet sich beynahe in der tieft stcn, dunkelsten Landschaft des Mon­des, ist selbst fast so dunkel als des­sen Umgebung im Osten, und liegt in der Nahe des Aequators; daher es sammt der ganzen Umgegend alle Erfordernisse zu einer außergewöhn­lichen Fruchtbarkeit hat.

Eine barometrisch tief liegende dunkle Land­schaft gehört allemal zu denen, welche am wenig­sten ausgetrocknet sind. Har sie nun auch ihre Lage in einem warmen Klima, so kann darin die besondere Fruchtbarkeit nicht fehlen.

Da aber die Oberfläche dieses Kunstwerkes selbst beynahe so dunkel ist, als dessen Umgebung; fo schließen wir, daß auch die Decke oder das Dach desselben mit Vegetabilieu bewachsen sey, und aus demselben Bodeu, wie die Oberfläche der Umgegend bestehe.

Da es nun aber ln der fruchtreichsten Gegend sich befindet und diesem nach dessen Dach selbst ^ Vegetabilieu beuuzt ist, so kann man schon hieraus schließen, daß dieses Gebäude zu Wohnuugen diene.

Diese Wohnungen dürfen also in unterirdischen Gewölben bestehen, die mit dem dortigen Stofs des Bodens überschüttet wurdem

Es ist von mir schon früher gezeigt worden, daß sich der Moudbewohner bey seinen außerordent­lich kalten Wintern und eben so heißen Sommern nur mit der troglodytischen Lebensart durchhelfen könne, und fo fänden wir hier b-los civilisirte Höhlenbewohner, und das Ganze stellte, der Aus­dehnung nach, eine ungeheure Stadt vor; etae Sache, die nun bald noch einleuchtender werde» wird.

5. Das ganze Gebäude ist genau nach den Welkgegenden angelegt.

Diese Eigenschaft haben auch unsere ägyptischen Pmamiden und dgl. mit diesem Mondbauwerke gemein. Es hält der mittlere Zug dieses Gebäudes