Augenlieder besitzen '.>'e Vögel drei, nämlich die bei- den gewöhnlichen mit horizontaler Spalte und ein drittel senkrechtes, das im inneren,Fugenwinkel liegt und das Auge vollkommen, wie ein Vorhang bedecken kann; die beiden ersten enthalten zwischen ihrer äußeren und inneren Haut, oder der Bindehaut, eine ligamentöse Membran, welche in die Augenhöhle übergeht und sie in ihrem ganzen Umfange bekleidet.
Das untere Augenlied bedeckt vorzüglich das Aug§, indem es sich erhebt; es ist größer und weit dicker, als das obere. An seiner inneren Fläche befindet sich eine ovale, fast knorplige und vollkommen glatte Platte, .die besonders in den Adlern und Falken sehr ansehnlich ist. Unter dieser geht der Augenliedschließer weg, allein im oberen Augenliede reicht er bis zum Rande desselben.
Der Aufheber des oberen Augenliedes setzt sich erst in der Nähe des äußeren Winkels an dasselbe und hat seinen Befe-- stigungs Punct am Dache der Augenhöhle, das untere Au- genlied hat einen eigenthümlichen vom Grunde der Augenhöhle kommenden Niederzieher.
Am Rande der Augenlieder befindet sich ein Knorpel und nur wenige Vögel: der Pfefferfresser, Strauß, und einige Papageyen besitzen Wimpern und auch in diesen sind es mehr kurz gefaserte Federchen, als wahre haarige Wimpern. Nur bei wenigen Vögeln senkt sich, das obere Augenlied so tief, als das untere sich hebt, wie z. B. beim Käuzchen, Ziegenmelker, auch bei den Papageyen und dem Strauß ist das obere Augenlied beweglicher.
Das dritte Augenlied, Blinzhaut (Membrana niclilans) muß einige Durchsichtigkeit besitzen, denn die Vögel sehen bisweilen durch dieselbe. Deshalb konnte sie in ihrem Innern keinen MuSket besitzen, und daher der eigenthümliche Apparat, der sie in Bewegung setzt.
Zwei Muökeln heften sich an den Augapfel und zwar an den hintern Theil der Sclerotica. Der eine, der viereckige Muskel der Sc lerotica, ist oben und hinten am Auge