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len Überspannungen, Trunkenheit und Erschöpfung, welches nicht geschehen wäre, wenn Triebe und Kräfte nur Quantum sst>8 da gewesen wären. Allein im Gleichgewichte des Ganzen wird der Zweck der Schöpfung erreicht. Oder, wollen wir, weil zu­weilen eine Felsenwand einstürzt, die Gebirge ebnen, die uns die Flüsse zuführen, oder wollen wir, weil der Blitz zuweilen einschlägt, die Gewitter wegzaur Hern, und im Sommer in der schwülen Luft ersti­cken ?

Zu diesen hervorstechenden Trieben, die die Na­tur in den Menschen legte, mußten seine Organe, seine Nerven und der Sitz derselben, seine Gehirns »nasse gehörig geformt seyn, und schon aus den Händen der Schöpfung zu den verschiedenen Zwe­cken an den verschiedenen Theilen gewisse Vorbe- stimmungen erhalten, die durch die Säfte und die Lebensart der Mutter (welche das Kind in ihrem Leibe formt) durch ihre Leidenschaft, Arbeit und Kleidungsart, durch das Geschäft der Geburt selbst, endlich durch die erste körperliche Erziehung entwe­der wohl kv »cht.virl --- «wer uuf verfchNveue 3U T ffr?~ quetscht, gedrückt und verunstaltet werden können, alles dieses uns scheinbar unsichtbar vielleicht, al­lein, weil wir die Käsemilben mit freyem Auge nicht sehen können, sind sie darum weniger da?

Nun arbeiten denn alle diese Organe an den verschiedenen Stellen, die die Natur angewiesen hat, in bewunderungswürdiger Eintracht unter sich selbst, klopfen schon in dem zarten Kinde gleich Hämmern immer an die breyartige Masse feines weichen Gehirnschädels, erschaffen sich darin eben so viele kleine Concavitäten, oder Gewölbe, welche sich von außen hier und da als kleine Hügel darstel­len, und verrathen dadurch gleichsam, was in die­ser Werkstätte von Innen vorgeht, wie die an den Gebirgen ausgeworfene taube Erde verrät!), daß Minen darin bearbeitet werden. Indessen wächst der Mensch heran, seine Knochen werden zwar fe­ster , allein die Ausübung seiner verschiedenen Fä­

higkeiten, und der Gang seiner Leidenschaften wird auch mächtiger und sprechender. Er wird sie durch seinen Verstand und durch den Gebrauch seines freyen Wittens zwar mäßigen, aber nie auslöschen kön­nen, und so kann es möglich werden, daß die in dem Schädel des Kindes kaum unsichtbaren Erhö­hungen durch beständige Wiederholungen in dem Ko- pfe des Erwachsenen nach und nach bis auf einen gewissen Grad deutlicher hervorgehen, wie das wie­derholte Fallen des Regentropfens im Stande ist, eine Grube in den polirten Marmor zu schlagen. Die Muskeln welche an der Stirne, um die Au­gen und den Muyd des Menschen liegen , sind in be­ständiger Bewegung, um Zorn, Unwillen, Wider­willen, Hochmuth, Bewunderung, Demuth, Nie­dergeschlagenheit, oder Erhabenheit auszudrücken. Die Menschen lächeln bald freundlich, bald saty- risch, bald höhnisch , bald sehen sie etwas scharf an, bald »nessen sie die größten Höhen mit ihren Augen. Alle diese Ausdrücke geschehen Hey einigen Menschen seltner, bey andern^wiederholter. Sollte die stete "Wiederholung der Muskelausdehnung, oder Zur sammenziehung auf einem und dem nHnlichen Platze ohne allen Eindruck auf den Knochen seyn, auf dem der Muskel liegt? Wer vielen Umgang mit den verschiedenen Handwerkern hat, kann, wenn er einen unbekannten Mann bey der Hand nimmt, öfters dar­aus urrheilen , welches Metier derselbe treibt, weil die verschiedenen Jnstrurnente der Handwerker auch verschiedene Wülsten und Einschnitte in den Handln derselben hervorbringen. Ob die Natur so deut­lich an dem Gehirnschädel des Menschen arbeitet, wird zwar aus Gründen bezweifelt. Doch giebt et Extreme , wo die Natur in der schönen Proportion des Schädels, oder in dessen Plattheit, Derschos benheit und Abgestumpftheit sich stark ausspricht. Wer ein solches Extrem sieht, erlaubt sich auf der Stelle über die größer», oder mindern Fähig­keiten desselben zu urtheilen. Nun giebt es aber Ab- stuffungen von beyden Extremen gegen einander, wels

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