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JENAISC 1 -IE ALLO. LITERATUR - ZEITÜNu
durch die obengenannte Anlage, die entwickelt und nicht entwickelt fcyn kann (wie cs der Schädel erfordert), zu decken,— Nähme man aber wirklich mit Galt i Hirnorgane an , fo wäre es doch nicht möglich, die feinigen anzunehmen: denn es ift kein einziges darunter, gegen welches (ich nicht die triftigfeen Einwürfe darböten. Seine Anhänger ( fervum imitatormn pecus) fagen, wenn man etwas an feinen Organen auszufetzen hätte, müffe man mit der Natur hadern: allein die Herren füllten bedenken , dafs es etwas anderes fey, etwas in der Natur linden, oder der Natur etwas aufbürden. Nur das letztere pafst auf Gail. Manche feiner Organe liehen an folchen Stellen, wo das Gehirn gar nicht auf den Schädel wirken könnte, wenn es auch fonft diefs thäte. Das gilt z. B. beftiinmt von feinen Geclächtnifsarten , wo man nur gröfsten- theils von der Ausdehnung der Stirnhöhlen reden kann; fein Wortfilm bezeichnet eine gewiffe Bildung des Auges, (z. B. bey der Kurzfichtigkeit,) oder der Augenhöhle; fein Organ des Gefchlechtstriebs ilifehr unglücklich in das kleine Gehirn verfetzt, da jener doch gar nicht vom Gehirn abhängt, wie jedem bekannt ift; faft alle Organe endlich fmd unrichtig als felbftftändig dargeftellt, da man ße leicht von der verfchiedenen Thätigkeit des allgemeinen Seelenorgans, oder von Entwickelungen der Sinnesorgane ableiten kann, wie Rec. ausführlich zu beweifen, für überfliiftig hält. Gall's einfeitige Beobachtungen und kühne Behauptungen konnten taufchen, aber nur eine kurze Zeit. — Convmenta delet dies.
J.R.
SCHÖNE K ÜN S TE.
1) Oldenburg, b. Schulze: Blumen deutfeher Dichter aus der erfien Hälfte des 17 Jahrhunderts, gefammelt von G. A. H. Gramberg. Auch unter dem Titel: Kränze von u.f.w. Drittes Bändchen. Blumen u.f.w. I 8 o 5 - XVlilu. 244 S. 8- (1 Rthlr.)
2) IIa r, Berstadt, b. Grofs: Gottlob Natha - naelFifchevs, kön. preulf. Conliftorialraths, Rectors der Domfchule u. f. w. Auserlefene Schriften, her- ausgegeben von Chrifl. Fricdr. Beruh. Augufiin, Dr. der Phil., Domprediger u.f.w. Erfter Band. 1805. XXVIII u. 514 S. kl. 8-
3) F b a n k k u r t a. M., b. Wilmans: Gedichte , von A. F. von Steigentefch. 1805 - i5o S. 8- (16 gr.) (Mit dem Bildnifs des Vf.)
4) K O B I. E n, b. Laffaulx: Gedichte , von Georg Chrifl. Ludw. Lindenmeyer. 1805 - XX u. 220 S. 8. (2© gr.)
5) StRASsjöRG, b. Silbermann u. in derTreut- tel- und Würtzfchen Buchh.: Gedichte, vo n^foh.
§ägle . 180g. 275 S. 8- (1 Rthlr.)
6) Eisenach, b. Wittekind, Arnstadt, b. Langbein: Gedichtet von C. Nehrlich. 1805 * 160
S. 8. (8 gr.)
7) Berlin, b. Frölich: Gedichte , von K. Heinr. Leop. Reinhardt . 1806, 328 S. kl. 8. Mit einem Titelkupfer. (1 Rthlr. 12 gr.)
8) B e r 1 ,1 N , b. Unger: Lieder der Sehnfucht, .Erinnerung und Hoffnung, von T. ff. ioO;>. 74 S. 8*
9) Berlin, im Taubftummen - Inftitute zum Be- ften deftelben, und in Comm. b. Mauixr: Kleine Schriften , von Ern fl Adolph Efchke. 1805 * XXIV u. 183 S. 8- (20 gr.)
10) N o r d h a u s e N , b. Nitzfche: Gedichte eines Nordhäufev Bürgers. 1805. 336 S. 8- (1 Rthlr. 12 gr.)
11) S a t, z B u r g , b. Mayr : Gedichte und Lieder. Auch unter dem Titel: Neues Liederbuch, zu nach fl für die fjugend, dann auch für Erwachfene. Gröfs- tentheils nach Schmelzes Melodien zu Krämer's hundert Schulgefangen und nach anderen beliebten Melodien. Abgefafst von Gregor Krämer. i 805 > XXVIII u. 464 S. 8- (I Rthlr. 12 gr.)
Während Hr. Matthiffon eine Anzahl forgfältig ausgewählter Gedichte des Opitzifchen Zeitalters im ersten Bande feiner lyrifchen Anthologie in einer ge- fchmackvollen, aber freyeren Bearbeitung, uns vorlegt, tritt Nr, 1, Hr. Gramberg mit diefer jenem Zeitalter aus- fchliefsüch gewidmeten Sammlung auf, worin er faft durchgehends fo fchonend mit dem Urtexte verfährt, dafs er lieh ohne Zweifel Lefer dachte, die der Art und llunftdieferfrüheren Periode wüliigmehrere Schritte entgegenkommen. Längere Stellen, ja wohl ganze Gedichte, findet man hier wörtlich nach dem Originale, z.B. S. 237 Rath für die Jugend von Abfchatz: doch mufs Rec. bemerken, dafs diefer Dichter, geh. 1646, geft. 1699 eigentlich nicht in den Cyklus des Herausgebers gehört. Es verdient Dank , dafs Hr. Gr. durch beicheidene und gelungene Änderungen den Ge- fchmack des neueren Lefers vor manchem Anftofs verwahrt: aber wer Stellen, wie S. 242
Ich bin ein Jungfernlieber;
Die Zunge geht mir über u. f. w.
die Matthiffon , nach den Gefetzen, die er fich vor- fchrieb, nicht unverändert hätte laßen können, hier mit Befriedigung findet, der nimmt ficher lo viele Rücklicht auf das Jahrhundert, dem diefe Dichter angehören, dafs er wünfehen wird, Hr. G. hätte die alten Lesarten zwar nicht in, doch unter feinem Texte mitgetheilt, damit die Vergleichung frey ftünde. Mit 19 Gedichten ift Matth. Hn. G. zuvorgekommen ; durch ihn von diefen, und künftig von den übrigen der Anthologie die Originale ganz acht zu erhalten , dürfte dem lefenden Publicum willkommner feyn, als nochmals mit einiger Änderung. Rec. wiinfeht, dafs Hr. G. in der Folge hierauf Rücklicht nehme; bey Gedichten von folcher Ausdehnung, wie die Urfchrift zu S. 107 müfste man die Forderung natürlich einfehrän- ken. Von Flemmings 61 Strophen lind 3 geblieben; in der Thatkargepitomirt, Matth, hat doch 61 Auch wo der ältere Dichter nur Überfetzer war, follte es angezeigt werden, wie bey dem warmcolorirten Tanzliede von Flemming nach dem Italiänifchen S. 14. Es ift hier nicht lehr verändert; man vergleiche Matth. S. 99.
Nr. 2. Der fei. Fifcher gab feinen Überfichten der merkwürdigften Jahresereignifte und den Erinnerungen an einzelne grofse Begebenheiten eine poetiiche