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So fon$t folglich die Wirkung des Mohnsaftes an­hält, wird der Muskel durch einen Reiz zur Zusam- menziehung gebracht.

Ist der Muskel zusammengezogen, wenn man Mohnsaft giebt, so wird er dadurch erschlafft.

Eben dies geschieht, wenn innerlich genommener Mohnsa'st auf das Hirn, auf die Nerven, oder auf die Muskeln wirkt.

Diejenigen Muskeln, welche mehrere Reizbar­keit oder Lebenskraft besitzen, widerstehen auch mehr dieser die Reizbarkeit tilgenden Kraft des Mohnsaftes, am meisten das Herz.

Da das Herz fast keine Nerven hat, und der Mohnsaft durch die Nerven wirkt, so ist es begreiflich, warum das Herz weniger, als alle übrigen Muskeln, durch Mohnsaft leidet. Hätte es so viel Nerven, als ein anderer an Masse ihm gleicher Muskel, so würde es auch, wenn seine Nerven in gleichem Grade vom- Mohnsaft angegriffen worden, eben so sehr als ein anderer leiden müssen.

So scheint auch eine zu starke Spannung, die Nux vomica, das Viperngift, der starke electrische Funken, der Schwefeldampf die Kalte und Hitze, der Reizbarkeit zu schaden. Kirschlorbeerwasser raubt den Muskeln fast augenblicklich alle Reizbarkeit, so auch die Cerbera ahovai.