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Gefäßhaut oder Aderhaut des Hirnes.
Membrana vasculosa.
Albinus Annot. acad. Lib. I. Tab. 2- sehr fd?6lT-
' §- 14 .
Obgleich diese Hirnbekleidung, nach wohlgerathener Aussprützung der Blutgefäße, fast aus einem bloßen, dichten Netze von zertheilten Arterien und vereinigten Venen zu bestehen scheint, laßt sie sich doch als eine Haut betrachten, weil sie überall in der Gestalt einer feinen, aber festen, zusammenhängenden Membran, abgesondert werden kann. Von wassersüchtigen oder zu verderben anfangenden Hirnen läft sie sich ganz leicht absondern; auch wenn man das Hirn bricht, oder ans Feuer hält. Am unverletztesten kann man sie von einem Hirne, das lange genug in starkem Weingeiste lag, abziehen.
Die Gefäßhaut ist weit stärker, als die Schleimhaut, und übertrifft sogar in Rücksicht ihrer Feinheit 1 die Aorte fast sechzehnmal an Stärke. Sie bekleidet durchaus das große und kleine Hirn, das Rückenmark und alle Nervenursprünge, ist also ein wahrer, der Hirnmasse unentbehrlicher Ueberzug: durch sie hängen weit genauer, als durch die Schleimhaut, verschiedene an sich getrennte Theile des Hirnes,
i) Wintrin § bam schätzt ihre Feinheit auf eines Zolls, welches mir aoer doch vrel zu fern scheint.