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kurz oder lang vom Weingeist angegriffen, aufgelößt oder spröde gemacht und durchdrungen wurde.
Diejenige Kütte, welche Kolophonium, Wachs, Pech, und andere harzige Theile enthalten, taugen ohnehin nicht, weil sie gleich Anfangs vom Weingeist weich gemacht werden, ihn ansaugen, durchlaffen, und zulezt Gefäße, Weingeist und Körper verunreinigen. In manchen so verwahrten Präparatensammlun- gen sähe ich einen diken Niederschlag von aufgelößtem Kitt auf den Körpern und dem Boden der Gefäße.
Eine andere Art von Kütt ist diejenige, die auS Bleikalken und Oelen gekocht, und mit einem Zusaz von gestoßenem Glaß, Ziegelmeel, Gips u. d. g. Verdikt, und zu schnellem Erhärten gebracht wird. Es wird z. B. gereinigtes, oder altes, durch langes ruhiges Stehen klar gewordenes Leinoel mit Silberglätte zu einem Firniß gekocht; oder man vermischt so zubereiteten Mahlerfirniß mit Bleiweiß; oder wenn man sich selbst mit dem Bereiten des Firnißes nicht abgeben will, so läßet man sich durch einen Glaser einen gemeinen, den eben bemeldten Kütten ähnlichen Glaser - oder Fenster - Kütt zubereiten. Mit solchem Kütt überziehet man den sehr wohl getrokneten und nachher mit Firniß bestrichenen oberen, Rand des Gefäßes recht dicht und genau, daß keine Stelle, auch nicht die geringste leer bleibet, dann drükt man eine dtke wohl zugeschnittene Glaßplatte, deren Rand anch troken und daun mit Firniß bestrichen seyn muß, in den
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