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"Ein gemeiner verkäuflicher Brantenwein, sagt Wiegleb ^), führet gemeiniglich die Hälfte Wasser, eher weniger, als mehr bei sich" (9. Zusaz).
Und ich glaube, es ist dieses besonders vom Frucht - ober Korn 1 Brantenwein zu verstehen, den man in den Bier 4 Ländern zum Getränk verkauft, und den ich immer dem Geschmak nach schwächer fand, als den in Weinländern gebrannten *).
Von solchem in Weinländern gebrannten gewöhnlichen Weingeist, er sey hernach aus Korn, Weinheffen, Pflaumen oder Kirschen gebrannt, darf man wohl annehmen, daß er nie die
Hälfte
*) Wiegleb'- Handbuch der allgemeinen Chemie, r. Band. Berlin -78-. S. 550. O.
(9. Zufaz.) Unser gemeine hiesige (in Mainz) Fruchtbrantenwein beträgt nach meinem Maasstabe selten 25 bis 27 Grad, und selbst der Weinbramenwein nicht viel über 50 bis 55 Grad, folglich hält selbst leztever nicht viel über die Hälfte reinen Weingeist. Der Brantenwein in Herrn Wieglebs Gegend muß also sehr viel stärker, als in der hiesigen Rheingegend seyn.
Gg.
*) Die Ursache davon ist, wie ich glaube, der an stärkeres Getränk besonders durch neuen Wein gewöhnte Geschmak des WeinländerS- Kein Branrenweintrinker aus Bierländeru vermag daher auch ohne Nachtheil in Weinländern eben das Maas von Brantenwein zu trinken, das er;u Hauß tu trinken im Stande war. Man sihet es ihm auch beim ersten Schluk an, daß er den Mnud auf Rechnung eines schwächeren r« voll nahm.
O.