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tlgte man den Körper selbst zuvor mit sogenannten balsamischen Dingen, und übergab ihn alsdann erst einem reinen oder vermischten Weingeist. Allein man fand, daß die klarste dieser Tinc, turen mit den Jahren trübte, und daß die weiße oder blaßrothe Farbe der Haut, des Fleisches, und anderer TheLle thierischer Körper dunkelfarbig, siekicht, schmuzig, grau oder schwarz, und überhaupt unansehnlich, der Körper selbst aber durch die zu, sammenziehende und erhärtende Eigenschaft des Weingeists oder der geistigen Tinctur in seiner Gestalt verändert und entstellt wurde.
Zu dem kam noch, daß manches schöne und gut anfbe, wahrte Stück durch das Wegdunsten deS Weingeistes verdarb, wann der Besizer aus Ueberhäuffung mit anderen Geschäften, oder gar aus unverzeihlicher Nachlässigkeit lange nicht nach seinen aufbewahrten Körpern sähe, noch sich die Zeit nehmen konnte oder wollte, seine Gefäße aufzufüllen.
Manche begnügten sich damit, daß sie von den aufzubewah, renden Körpern Zeichnungen nahmen oder nehmen liefen, die freilich nicht immer so getreue Nachahmungen der Natur, und solche Meisterrisse waren, wie die eines Campers oder eines van Rimsdyks **). Die Körper selbst überließen sie der Verwesung,
ohne
*) Wer kennt nicht die vortrefliche Zeichnungen eine- Dr. Camper- aus seinen vielen Werken, und die eines RymsdykS aus den Smellk- schen Tafeln, und besonders aus den prächtigen Kupfern des Hunteri-
sch SN Werk's de Utero gravido?