*oq Siebenzehntes Kapitel.

auf die innere Membran der Harnröhre eingeschränkt, sons dern verbreitet sich in die Substanz des schwammigen Kör­pers, und greift sowohl seine zellige Struktur als seine Drüsen an. Unter diesen Umstanden wird der schwammi­ge Körper erweitert, und durch die Lustretnng der gerinn­baren Lymphe in seine Zellen harter, und gefäßreicher als im natürlichen Zustande. Die Drüsen, die durch die Ent­zündung im Umfange vergrößert worden sind, werden nun dem Gefühle merklich, ungefähr wie sehr kleine rundliche Knötchen. 4 2 7 )

Auch sieht man gelegenheitlich Geschwüre beym Aus­schneiden der Harnröhre, doch sind sie nicht häufig.

Zusammenschnürung (ftri&ure.)

Die allergcwöhnlichste krankhafte Erscheinung der Harnröhre ist Zusammenschnürung. Sie besteht in einem Theil deSKanals, der entweder verengt,oder vielleicht ganz geschlossen, ist. Sie kann in jedem Tbeil des Kanals statt finden, jedoch ist sie am häufigsten ein wenig vor dem han-rigen Theil der Harnröhre. Diese Verengerung besieht bisweilen in einer bloßen Annäherung der entgegengesetz­ten Seite des Kanals, so daß er nur eine Linie ausmacht, bisweilen hingegen ist der Kanal eine Strecke lang ver­engt. 4 2 ä ) Die innere Membran zeigt mannichmal an der verengten Stelle auf ihrer Oberfläche das natürliche An­sehen, bisweilen hingegen ist sie wie abgeschabt oder schwä­rend. Diese Wirkungen werden gemeiniglich durch Vougien veranlaßt, so wie auch bisweilen falsche Gange in dem schwammigen Körper der Harnröhre, durch Gewaltthatig- keit beym Gebrauch dieses Instruments, hervorgebracht wer­den. Gemeiniglich ist mehr als eine Verengerung in der-

427) Alle diese Erscheinungen habe ich verschiedene male be, strängt gesehen, besonders in Körpern, die gerade starben, als sie am venerischen Uebel lrtten.

428) Sehr schön bildet diese Verengerungen ab Hunter , On

veneral Difeaic , Uttd ßUö ihlll Bektt' 0 Ndi ill seinem Opere, Tom. VT. Tabul. 2.