Krankhafte Erscheinungen an der Harnröhre. 199
pflegt. Oft finden sich mehr als eine von diesen Oeffnun- gen, die zu kurzen Kanälen führen, welche in verschiedenen Richtungen laufen.
Den membranosen Theil der Harnröhre, sah ich anch in einen Sack ausgedehnt, welcher weit genug war, um ein Hünerey aufzunehmen, und ans einer ziemlich festen Substanz bestand. Dieser Sack war bey Gelegenheit eines 'großen Steins,426) der daselbst lag, entstanden.
' Ich erinnere mich nicht, Cowpers Drüsen, welche nahe an diesem Theile der Harnröhre liegen, krankhaft gesehen zu! haben. Sie müssen, wie andere Theile des Körpers, krankhaften Veränderungen aus ge setzt seyn; allein sie sind klein, und es ist schwer, ihnen beyznlommen, so, daß sie sehr selten ein Gegenstand der Untersuchung werden.
M org agn i fand eine von ihnen in ligamentose Substanz verwandelt,^) und in einem andern Falle einen ihrer Ausführungsgange geschlossen **)
Die innere Membran der Harnröhre ist der Entzündung sehr ausgesetzt, besonders an ihrem vordcrn Ende, welche Entzündung sich gelegenheitlich über die ganze Ausdehnung des Kanals verbreitet. Diese Entzündung hat kein verschiedenes Ansehen von der Entzündung anderer Membranen, welche absondernde nach aussen zu sich öffnende Kanäle überziehen. Die inneue .Membran der Harnröhre zeigt weit mehr kleine Blutgefäße als im natürlichen Anstande, und eine vermehrte Absonderung der Drüsen, welche sich auf ihr offnen. Die Entzündung ist oft nicht
*) Morgagni Epifi. XLIV. Art. 3.
**) Morgagni Epiü. XLIV. Art. 12.
456) Heber Die Steine der Harnröhre sieh Eamper's bey Gelegenheit der Harnblasensiettie angeführte Schrift-
Co»? MaNN iN seiner Neuroloqia l'rahequerne 1 789. 8-
• beschreibt und bilde: einen-solchen Plein ab,, der fünf Unzen und anderthalb Drachmen wog.
^ Siche auch I. L. Stand Abhandluns von Steinen der x Harnröhre, mir einer Abbildung rn. 35 .fl ld in ge r's neuem Magazin für Aerztc, 1789-im eilfken Bande.
kvurns! clo Keäecine, (ilürurgie Scc. Paris. Tome LXXIII.
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