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Vierzehntes Kapitel.

ihr entfernen ; sondern viele kleine Portionen blieben noch an den Wanden ihrer Höhle bangen; ich glaube, daß diese Materie von der nämlichen Art, wie die des gemei­nen Harnblasenjkeins war, weil sie gleiche Verwandtschaf­ten mit den gemeinen Sauren zeigte.

Bey Leichenöffnungen, findet man bisweilen dieHarn- blase gar sehr ausgedehnt, 3 9 7 ) und den untern Tbeil der Bauchhöhle einnehmen. Dieses kann von einem zufäl­ligen Umstande kommen, wo sich der S?itrn ansammelt, wahrend daß die Muskelhaut der Blase, noch immer ihre eigenthümlichen Kräfte behielt; oder die Muskclbaut der Blase konnte auch gelahmt, und daher unvermögend ge­worden seyn, den Harn anszutreiben. Ich halte es nicht für möglich, unter diesen bevden verschiedenen Lagen, einen Unterschied durch irgend eine Untersuchung nach dem Tode auszumitteln; allein er kann allemal durch eine Untersu­chung der Geschichte des Falls bestimmt werden.

- Man fand die Blase ferner bis zu einem solchen Grade zusammen gezogen, daß sie fast gar keine Höhlung zeigte. Dieses kann man nicht im Allgemeinen als eine Krank­heit ansehen; sondern bloß als eine Folge von einer sehr

lich weißer als andere Steine sind. Alle Resie und Incru-- siationen vom Urin sind röthlich oder gelblich, die Blasen-- steine hingegen weiß, ;um Beweise, daß sie nicht aus Harn entstehen. Diesen Unterschied zeigt auch der Urin und der Schleim eines am Stein Leidenden. Aus A u si i n's chemi­scher Zerlegung scheint endlich zu folgen, daß, wie schon oben gesagt, der Sublimat des Blascnsteins aus schwerer entzündbarer Luft und phlogrstischer Luft bestehe, und daß er, der Hitze ausgesetzt, sich in Berlincrblausäure und phlo- gistische Luft auflose.

297) Eine solche Ausdehnung der Blase, die sich bis zur Herz­grube erstreckte, bildet Hunter sehr schön ab in seinen lübuhs Uteri gravidi, auf der sechs und zwanzigsten Tafel.

Auch Frank sah die Uriublase von mehr als zwölf Pfund Urin so ungefüllt, daß sie eine Bauchwassersucht vor- stellte. Siehe seine Oratio de Sjgnis Morborura ex Cor­poris Situ. Ticini 1788*