Krankhafte Erscheinungen an der Harnblase. *89

heftigen Wirkung der Mnskelhaut der Blase vor dem Tode. 2 9 8)

Der vordere Theil der Blase, wird zuweilen fehlend gefunden, und starr seiner, ein sehr weiches, gefäßreiches Fleisch, welches äußerlich um untern Theile des Bauchs sich befindet. Dieses weiche, gefäßreiche Fleisch, bil­det gewöhnlich unregelmäßige, vorspringende Massen, und ist im lebenden Körper, mit einem dicken, zähen Schleim bedeckt. Die beyden Harnleiter, öffnen sich irgendwo auf diesem 'gefäßreichen Fleisch, und tröpfeln allmählig den Urin, so wie er abgeschieden wird, auf seine Oberfläche, welche der Schleim, gegen den Reiz des Harns zu schützen,. bestimmt ist, 2 9 9) Findet sich eine solche Bildung der Blase, so glaube ich, fehlt auch allemal ein Knvchenstück an der Schaambeinvereinigung, 4 ° °) und Mißbildung einiger Zests

328) Aeußersie Zusammenstellung und völlige Leere der Harn­blase habe ich mehrere male gesehen, doch ohne daß im mindesten die Harnblase krankhaft gewesen wäre.

392) Dieser Fall ist sehr oft beobachtet worden, wie man aus der bekannten vortrefflichen Abhandlung von Bonn desgleichen aus G. J, Wo/ff (^uaeiiionibus medicis varii arginnenti, Äarderovici 1791. steht.

Die vollständigste Litteiatur über diesen Fall liefert die alles dls jetzt auf unsere Zeiten über diesen Gegenstand err schöpfende Dissertation von Th. G. Roofe, de nativo Vft- iicae urinariae inverfae prolapfu, mit einem Kupfer. Göt- ringen 1793, daher ich kein anderes citat beybringe.

Ich habe diesen Fall mehrere male in der Natur be­obachtet.

Auch 'sind mir treffliche Zeichnungen mitgetheilt worden vom äusserm Ansehen von einem Kinde weiblichen Ge­schlechts, an dem der nämliche Fall statt fand, und auch vom Becken einer erwachsenen Frau, die an gleicher Miß­bildung gelitten hatte.

400) Die Nichtvereinigung der Schaamstücke derHüftberne fand ich auch in den vier Fällen, die ich davon sah, und sähe sie auch an dem weiblichen erwachsenen Becken.

Doch ist der Fall nicht umgekehrt: denn bisweilen stehen die Schaamstücke der Hüftbeine merklich von einander, obne daß ein Fehler an der Harnblase bemerkt wird, wo­von Walter in seiner Schrift: von der Spaltung der Schaambeine, Berlin 1782.4. einen Fall unvergleichlich schön aus einem Manne abbildet, an dessen Geschlechts- rhesten er mchrs besonders bemerkte.