Krankhafte Erscheinungen an der Harnblase, i S7

doch die ganze Blase mit einer Substanz-, die wie Mörtel

anösah, angefüllt. Man konnte sie nicht gänzlich aus

trocknen ließ; und Austin's Versuche, der in zehnmal so . wenig Mucus alt» Urin gelegte Steine, doch am Gewicht schwerer fand; frische Steine sind jederzeit mir Schleim überzogen, welcher bisweilen so dick ausiiegt, daß er das Fühlen durch den Latheter verhindert. Sv erzeugen sich Steine in der Harnröhre vom Schleime; so zwischen den Hauken der Blase; so in der Substanz der Vorsteherdrüse, wo doch lein Urin hinkommen kann, und zwar sehr schnell; und so auch an andern Stellen des Körpers. Es ist nie­mals erwiesen worden, daß die gichtischen Coneretionen der Gelenke denen in der Harnblase glerch seyn, und es ist schwerlich möglich, daß sie gleich seyn sollten, da selbst die Harnblasensteirre wesentlich von einander abweichen. Dis Nieren, die Blase, der Magen, der Uterus und andere Therle erzeugen reichlichen Schleiin bey einer gichtischen Irritation; die Disposition der Prostata, Steine zu erzeug gen, mag vielleicht eine Ursache seyn, warum mehr Männer am Stein leiden. Das Ansehen der zuletzt gebildeten Theile der Steine hat oft die Farbe von verhärtetem Mu­cus. Entzündung in der Blase macht, daß in ihr Sterne erzeugt werden. Wie sich Incrusiationen über fremden Körpern in der Blase erzeugen, so erzeugen sie sich auch in Schleimdrüsen und Membranen anderer Theile- Doch läugner man hiedurch nicht, daß der Urin nicht oft etwas zur Comxosition des Steins beytragen sollte; nur scheint er nicht dieHauptguelle desselben in den meisten Fällen zn seyn, und in einigen Fällen trägt er wohl ganz und gar nichts zu dessen Bildung bey. Folglich liegt die nächste Ursache des Steins nicht in den Häuten und Drüsen der verschiedenen Höhlen, die der Urin dnrchwandert. Higgin's Meynung, daß der Stein aus einem Sublimat grvßentheils bestehe, fand Austin nicht richtig; denn er entdeckte diesen Sublimat weder im Urinbodensatze, noch im Reste des verdünsieten Blutes, noch in der Jncrustativn von Mauern, auf welche Leute harnen, noch im Weinstein der Zähne, noch im Urinblasenschleim am Stein leidender Personen, noch endlich in Urinblasensteinen selbst. Es ist nicht wahrscheinlich, daß so verschiedene Subfralizen vcn den männlichen Drüsen abgesondert würden. Schon vor mehr als zwanzig Jahren hat Lalle bemerkt, daß die Flüchtigkeit der Blasensteine sich wie ihre Auflösbarkeit in Säuren verhielte. Steine, die obigen Sublimat enthalten, werden in Kalkwasser mit Krysiallen ringsum besetzt; und da Kalkwasser auch mit jenem Sublimat die nämlichen Krysiallen erzeugt, so scheint er zu ihrer Erzeugung noth- wendig zu seyn. Da sich dieser Sublimat im canstischcn Alkali auflbsi, so wirkt das causiische Alkali auch nur vor­züglich auf Steine, die den Sublimat enrhaltrn, hingegen schwach auf solche, die ihn nicht enthalten, und üemeinig-