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Krankhafte Erscheinungen an der Harnblase. 185
9 ) Destillirte man, in einer kleinen gläsernen Retorte, eine Drachme vonHarnblasensieinin offnem Feuer, so erhielt man eine flüchtige laugensalzartize Flüssigkeit, ungefähr wie auS Hirschhorn; allein kein Oel. Im 5)alse der Retorte, fand sich ein brauner Sublimat. Nachdem die Retorte durchaus roth steglüht hatte, erhielt man nach dem Abkühlen eine schwarze Kohle von zwölf Gran, welche, wenn sie auf ein roth glühendes Eisen in offener Luft gelegt wurde, ihre schwarze Farbe behielt. Der Sublimat, der etwas geschmolzen schien, wog acht und zwanzig Gran, und ward mittelst einer Reinigung durch eine neue Sublimation weiß. Er hatte keinen Geruch; allein einen etwas säuerlichen Geschmack, und ließ sich leicht in kochendem Wasser auflösen. Auch losere er sich in Weingeist auf; allein dazu gehörte eine größere Menge als vom Wasser. Kalkwasser ward nicht getrübt. Der Sublimat schien in einiger Rücksicht mit dem Bernsteinsalz überein zu kommen.
Aus diesen und andern Versuchen, schließt Scheele, daß Harnblasensteine weder gypsartig noch kalkartig sind, sondern aus einer öligen, trockenen, geronnenem, stüchri- gen, laugensalzartigen, mit etwas Schleimigem vermischten Materie bestehen.
Berg man erhielt dnrch's Verbrennen der Kohle des Harnblasensieins zu einer Asche, etwas Kalkerde, und rechnet, daß sie in diesen Steinen ungefähr den LOvsteu Theil ausmacht.
Obgleich die Welt diesen beyden berühmten Chemisten, Herrn Scheele und Bergman, für ihre Bemühungen sowohl über diesen als über viele andre Gegenstände verpflichtet ist; so bin ich doch geneigt zu glauben, daß noch keine hinreichende Anzahl von Harnblasensteinen untersucht worden ist, um alle Varietäten ihrer Bestandtbeile festzusetzen.^ 9Ö )
396) Außer Scheele und Bergman machten sich noch um die chemische Untersuchung der Harnblasensteine verdient: P i ck e l (in Hartenkeil's angeführter Schrift). Ferner
Linck Commentatio de Analyfi Urinae et Origine Galculi. Goettingae 1788.
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