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Vierzehntes Kapitel.

verschieden, als man sich gemeiniglich verstellt. Alle Ver­suche , die ich anstellte, leiteten mich auf diese Mevnung; allein ich bin so wenig in chemischen Versuchen erfahren, daß ich nicht, mit viel Vertrauen auf ihnen beharre.

Der berühmte Scheele machte eine Anzahl von Ver­suchen , um die Natur der tzarnblasensieine zu bestimmen, von denen die hauptsächlichsten folgende sind:

1) Verdünnte Vitriolsaure, wirkt ganz und gar nicht auf die tzarnblasensieine; allein die concentrirte loset sie in der Hitze auf.

2) Kochsalzsaure, sowohl verdünnt als concentrirt, wirkt nicht auf Harnblasensteine, selbst wenn sie mit ihnen

^gekocht wird.*)

3) Salpetersäure verdünnt, oder Scheidewasser, wir­ken wenig auf Harnblasensteine im Kalten; allein wenn Warme dazu kommt, wirken sie mit Aufbrausen und mit Dünsten.

4) Diese Auflösung, färbt die Haut mit dunkelrothen Flecken, innerhalb einer Stunde nach der Application; sie wird nicht durch Laugensalze niedergeschlagen; allein auf zugemischteö Kalkwasser, laßt sie einen weißen Satz fallen.

5) Schwererde in Kochsalzsaure aufgelöst, macht keinen Niederschlag aus dieser Auflösung.

6) Zuckersaure, oder Sauerkleesalz, schlagt nichts aus dieser Auflösung nieder.

7) Kocht man einen gewogenen Stein in einer Auflö­sung von Weinsteinsalz, so bleibt er unverändert; allein vollkommen reines oder azendes Laugensalz, welches nicht die geringste Spur von Luftsäure zeigt, löset selbst in der Kälte den Stein auf.

8) Kalkwasser löset den tzarnblasenstein auf in gelin­der Wärme, in dem Verhältniß von vier Unzen Kalkwasser zu achtGranen des Steins; diese Auflösung macht die Lack­mustinktur roth.

*) Ich fand einen Harnblasenstein, welcher sich in Kochsalzsäure auslöste; selbst in der gemeinen Temperatur der Luft.