Krankhafte Erscheinungen an der Harnblase. 175

so gebt die Entzündung nicht leicht von der einen in die andere über.

Geschwüre.

' ' Die Entzündung der inner» Membran der Harnblase, steigt bisweilen bis zur Erzeugung von Eiter, so daß ge- legenheitlich Absceffe und Geschwüre entstehen. Ist die Entzündung von gemeiner Art gewesen, so zeigen sie die gewöhnlichen Erscheinungen, dwen ich oft gedacht habe. Die gehen bisweilen so weit fort, daß sie einen Theil der Blase gänzlich zerfroren, und Commnnication zwischen ihr imd den benachbarten Theilen machen; wie z. V. mit der allgemeinen Höhle des Unterleibes, mir dem Mastdarme im männlichen, und der Scheide im weiblichen Geschlecht. Ist die Communicativn mit der allgemeinen Höhle des Un­terleibes eröffnet, so rinnt der Ham in selbige, macht dort allgemeine Entzündung des Bauchfells, von der ich mich erinnere, ein auffallend Beyspiel gesehen zu haben. Ist die Commum'cation zwischen der Scheide oder dem Mastdarm, so rinnt der Urin auf diesen Wegen aus, und bringt in ih­nen, mehr oder weniger Reizung und Entzündung hervor.

Absceffe in der Blase, entstehen öfter von örtlicher Ge- wültthatigkeit, als von vorgangiger, von freyen Stü» öken eintretender Entzündung. Eine der allergemeinsten Ur­sachen von Gewaltthatigkeit, ist der Schnitt in die Blase Dey der Operation des Steinschnitts. Ist dieser Theil bey der Operation sehr gereizt worden, oder ist die Leibesbe­schaffenheit so, daß sie zu einer heftigen Wirkung durch den gemeinen Grad der Reizung gebracht wird, so bildet sich an den Rändern der Wunde ein Geschwür, welches sich mehr oder weniger in die Höhle der Blase erstreckt.

Es geschieht bisweilen, wiewohl ich glaube, sehr sel­ten , daß die ganze innere Membran der Blase durch Eite­rung zerstört wird, und daß ihre Muskelfasern so entblößt liegen, als wenn sie mit allem Fleiße praparirt worden waren. In dem Falle, in dem ich mich erinnere, diesen