176 Vierzehntes Kapitel.
Proceß am vollständigsten gesehen zu haben, war dietzarrr- Vlase fast gänzlich mit scrvfulosem Eiter angefüllt. Dieses hatte genau das nämliche Ansehen, als wenn eine scro- fulöse Saugaderdrüse eitert, und eine dickliche weiße Materie war mit dem Eiter vermischt. 384 )
Scirrhus und Krebs.
Ich sollte nicht denken, daß Scirrhus oder Krebs, die Harnblase oft für sich allein angreifen, sondern sie nimmt bisweilen an dieser Krankheit Theil, wegen ihrer nahen Lage an Tbeilen, die ihnen sehr ausgesetzt sind. Diese Krankheit verbreitet sich bey einigen Gelegenheiten vom Mastdarm her auf die Blase; unter solchen Umständen wird die Harnblase sehr dick und hart, und zeigt die gewöhnliche krebsige Struktur; auch werden überhaupt Communicatio- nen, entweder mit dem Mastdarm, mit dem Uterus, oder mit der Scheide gebildet. 3 8 5)
Schwammige Auswüchse.
Bisweilen entstehen schwammige Auswüchse von der inner« Seite der Blase, entweder in einer zusammenhängenden Masse oder in abgesonderten Portionen. Untersucht man sie, so findet man sie aus einer lockern, saftigen Struktur bestehen. Wenn sie ein wenig hinter dem Halse der Blase sitzen, welches nicht selten der Fall ist, so müssen ' sie eine beträchtliche Hinderuiß dem Abfluß des Harns entgegen setzen. Eine stärkere Wirkung wird also in der Blase zur Austreibung des Urins erfordert, um ihre muskulöse
Haut
284) Bisher fand ich noch immer Wintringham's Anmerkung, daß nämlich der Eiter der Harnblase zähe und schleimig, der Eiter der Nieren hingegen dünn und nicht zusammenhängend ist, bestätigt. — Stehe Blumenbachs me- dicinische Bibliothek, erster Band, Seite 249.
28;) Ich besitze mehrere solcher Fälle, wo sich vom Uterus her sogenannte krebsige Geschwüre der Harnblase mitgetheilt
hatten. — C. Pohl, de Abicejfu Velicae urinariae
et Inteftini Coli. Lipfiae 1/77. — Yjermann, de Vefiea wiiiwria ejusque Ulgere. Lugduni Batavorum 1763.