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tion desselben, welche der Blase zukommt, wird nicht oft für sich selbst entzündet, sondern sie nimmt an der Entzün­dung Theil, welche sich im Allgemeinen über diese Mem­bran erstreckt. Die Erscheinungen, die ihre Entzündung begleiten, batte ich oft genug beschrieben. Legt sich die Entzündung, so bleiben oft Verwachsungen zurück, welche die Blase mehr oder weniger mit den benachbarten Theilerr verknüpfen; in einem weiblichen Körper mit dem Uterus, in einem männlichen mit dem Mastdarm. 3 82 )

Entzündung der inner» Häute.

Die innere Membran ist ebenfalls bisweilen entzündet. Ist dieses der Fall, so erstreckt sich die Entzündung entwe­der über die ganze Höhle, oder sie ist auf eine besondere Portion derselben eingeschränkt. Die Portion, die zunächst am Halse der Blase sich befindet, wird am häufigsten ent­zündet. Dieses mag aus zwey Ursachen kommen: die eine ist, daß an dieser Stelle, oder in ihrer Nahe, sich häufig eine Verstopfung findet, die den Durchgang des Harns aufhalt, welche Reiz macht, und mehr oder weniger Ent­zündung veranlaßt; die andere ist, daß Entzündungen der Harnröhre gelegcnheitlich sich ein Stückweges in die Höhle der Blase, und sogar bisweilen ganz hin über sie er­strecken. Es ist bekannt, daß die innere Membran der Harnblase, schwerlich Gefäße zeigt, welche rothes Blut in ihrem natürlichen Zustande führen; allein wenn sie entzün­det ist, wird sie mit einer erstaunenden Menge, von äußerst feinen Blutgefäßen, überhäuft, 3 8 3 ) und bisweilen von kleinen Flecken des ausgetretenen Blutes begleitet. Ist die Entzündung auf einep hoben Grad gekommen, so kann die Muskelhaut der Harnblase angegriffen werden; allein da sie bloß locker an die innere Membran geheftet ist,

282) Dergleichen Verwachsungen der Urindlase mit andern Theilen sah ich auch mehrere male.

283) In mehrern Fällen sah ich die Blutgefäße der innern Haut der Harnblase sehr deutlich und häufig bey ihrer Ent-l Zündung.