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Eilftes Kapitel. Verwachsungen.
Es ist weit gemeiner, Verwachsungen zwischen der Milz und den benachbarten Theilen, als die Haute in einem wirklichen Zustande von Entzündung zu finden; diese Verwachsungen bestehen aus einer weißen, durchsichtigen Membran, von mehr oder weniger Festigkeit, und verknüpfen überhaupt mehr oder wenig dicht die breite Oberfläche der Milz mit dem Zwerchmuskel. Oft verknüpfen sie auch die Milz mit dem blinden Sack des Malens und einem Theil desQueer- Stücks des Darmes. # ) 321 )
Entzündung der Substanz der Milz.
Sehr selten findet man die Substanz der Milz entweder im Stande der Entzündung oder der Vereiterung; doch sind beyde Falle von Schriftstellern beobachtet und ausgezeichnet worden.
Auch bat man Falle ausgezeichnet, wo man die Milz brandig sah;^*) allein mich dünkt, dieser Fall sey noch seltener als der vorhergehende.
Aeusierst weiche Milz.
Cs giebt eine Erscheinung an der Milz, welche sehr gemein ist, und kaum für Krankheit gehalten wird, und doch zuverlaßig eine sehr auffallende Abweichung von ihrer gesunden Struktur ist. Die Erscheinung, welche ich meyne, ist eine äußerste Weichheit der Milz, so, daß wenn die Haut, (welche unter solchen Umstanden sehr zart ist) zerreißt, die Substanz der Milz kaum etwas anders als ein sehr weicher, bräunlicher, mit einer schwammigen, faserigen Tortur untermischter Schleim scheint. Diese Erscheinungen der Milz, bemerkt man schwerlich in jüngern Jahren; allein im Mittlern und bbhern Alter, ist sie sehr gemein. Ich
*) Lieutaud Tom. I. p. 222.
**) Lieutaud Tom. I. p. 223.
331) Verwachsungen der Milz habe ich ebenfalls sehr häufig angetrossen, die wahrscheinlich Folge einer vorhergeganger neu Entzündung waren.