Krankhafte Erscheinungen an der Gallenblase. 149

lenblase gerathen sie bisweilen in den Zwölffingerdarm, und aus diesem in den Magen, oder in den übrigen Darm­kanal; daher sie auch öfters ausgebrochen, oder ge­wöhnlich mit dem Stuhlgänge abgehen. Bisweilen verwachst die entzündete Gallenblase mit dem Bauchfell, ge- rath in Eiterung, und treibt durch ein Geschwür am Unter­leibe , die Gallensteine aus 31 *)

V. Merkwürdig ists, daß, so verschieden auch die Gal­lensteine an jftecifischem Gewichte, an Farbe, Gestalt, Tex­tur, und an/Bestandtheilen sind, doch allemal die in einer und derselben Gallenblase enthaltenen Gallensteine von einerley Art sind; und daß man z. B. nicht einen weißen, Hellen, strahlenförmigen, und einen harten, dunkeln, zwiebelartig blätterigen, beysammen anrrifft; welches mir zu verrathen scheint, daß die Gallensteine nicht allmahlig, sondern auf einmal entstehen.

Vk. Die Gallensteine scheinen mir durch eine Art von Gerinnung zu entstehen, wenn nämlich die wallrathahn- liche oder wallrarhgleiche Masse in der Galle nicht mehr aufgelöst erhalten werden kann. Denn es ist offenbar, daß die Gallensteine nur aus einem Theile der Galle, näm­lich dem ölichten derselben, bestehen. Ferner laßt sich die Galle,wenn sie noch ganz frisch, und nicht faul ist, durch mineralische und vegetabilische Sauren, leicht zum Gerin­nen bringen. Auch sind die Gallensteine zu regelmäßig gebildet, als daß sie langsam entstehen sollten. End­lich sind ja alle Gallensteine in einer Gallenblase, wie ge­sagt, von völlig gleicher Beschaffenheit, welches doch we­nigstens in dem Falle, wo sich mehrere Hunderte finden, nicht begreiflich wäre, wenn erst einer nach dem andern entstehen sollte.

Wahrscheinlich geschieht diese Gerinnung durch einen Fehler in den Hauten der Gallenblase.

zu) Von allen diesem sind inF.P. Strands Dissertation zuverlässige Beyspiele angeführt.

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