Krankhafte Erscheinungen an der Gallenblase 147 Galle.
Die Galle in der Gallenblase, wird verschieden in verschiedenen Körpern angetroffen; allein dieß ist zu gemein, als daß es von Krankheit kommen sollte, und muß von natürlichen Umstanden abhangen. Sie ist bisweilen grün, bisweilen bräunlich gelb, bisweilen reiner gelb. Die bräunlich gelbe Farbe, ist die gemeinste. Die Galle ist allemal mehr oder weniger zäh, und die Verschiedenheit in dieser Rücksicht beträchtlich. Im Menschen ist sie gemeiniglich viel zäher, als in den andern Klassen von Thieren. Bey einer Gelegenheit sah ich sie so zah als Schleim, den man gemeiniglich aus der Luftröhre anfhnstet. 3o6 ) Bey Oeff- rmng von Leichnamen, sinder man die Galle fast allemal in einer kleinen Quantität durch die Haute der Gallenb ase durchgesickert, so, daß sie die benachbarten Tbeile, besonders das Magenende und den Anfang des Zwölffingerdarms, färbt. Dieses muß man als eine natürliche Wirkung ansehen, welche nach dem Tode eintrttt, und nicht als eine krankhafte Erscheinung . 3 07 ) Die Häute der Gallenblase , verlieren als Folge des Todes ihre Dichtigkeit, wodurch sie ehemals fähig waren, die Galle einznschließen z sie sickert daher in kleiner Quantität durch und färbt die benachbarten Theile.
Die Gallenblase ist bisweilen von Galle so ausgedehnt, daß sie fast zwevmal ihre natürliche Größe erhalt, bisweilen hingegen ist gar keine Gatte in ihrer Höhle, und unter
526) Diese Verschiedenheit der Galle,, ür Rücksicht der Farbe, Zähigkeit und Menge, scheint sowohl vom Zustande des Blutes, vorzüglich aber von ihrem läugern oder kürzer» Aufenthalte m der Gallenblase abzuhaugen.
Gewöhnlich ist bey rdtherm, dickerm Blute, die Galle dunkler, zäher und in größerer Menge vorhanden, als wenn das Blur blasser oder dünner ist, z. B. itt Wassersüchtigen oder Bleichsüchtigen.
307) Diesen Satz habenWilh. Hunter und Cruikshank— in seiner Anatomie der Saugaderu — umständlich zu beweisen sich bemüht.
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