Krankhafte Erscheinung an der Gallenblase. 145

tro aus einer glanzend weißen Kristallisation bestehen, die ziemlich das Ansehen von Wallrath hat.

Da die Gallensteine so wohl in ihrem äußern Ansehen, als in ihrer inner«Struktur so sehr voneinander abweichen, so führen sie natürlich auf die Vermnthnng, daß sie auch in ihren chemischen Eigenschaften verschieden seyn mögen. Ich kann über diesen Gegenstand, bloß im Allgemeinen sprechen; allein einige Versuche, die ich angestellt habe, machen mich geneigt, diese Meynung anzunehmen. Sehr wenige Gallensteine, geben einen bittern Geschmack, wel­ches zeigt, daß sie nicht aus verdickter Galle beste­hen; allein in einigen fand ich den Geschmacksehr bitter. Fast alle von ihnen, schmelzten an einer brennenden Kerze; allein ich fand eine Art von einersehr schwarzen Farbe,welche nicht schmelzte, sondern wie eine Steinkohle brannte. 3 ° 3 ) Alle von mir untersuchten Gallensteine, lbsten sich in Salpetersäure auf. Sie zerfallen zu einem feinen schwarzen Pulper, wenn man sie in Vitriolsaure legt, besonders wenn man sie noch dem Sandbade aussetzt. Kochsalzsaure wirkt iu der gemeinen Warme der Luft gar nicht auf sie, auch selbst wenig, wenn sie in ihr der Hitze eines Sandbades^ eine beträchtliche Zeitlang ansgesetzt werden.

Die meisten von mir untersuchten Gallensteine, lösten sich in etwas in Terpenthinöl, in der Warme der Athmo-

203) Gerade das nämliche fand ich auch, nebst der Ursache da­von. Man trifft nämlich in der Gallenblase bisweilen verdickte Galle wirklch an, die sich aber durch folgende Kenn­zeichen von den eigentlichen Gariensieinen leicht unterschei­det. Solche verdickte Galle nämlich, hat kerne bestimmte Form, sondern ist ganz unregelmäßig ecklg; sie ist pech­schwarz, sowohl auswendig als inwendig; sie schmeckt bitter; sie ist fester und spröder; sie fühlt sich nicht so fettig an; sie brennt wie eineSteittlohle und löst sich auch ziemlich im Wasser, aber nickt, so wie die eigent­lichen Gallensteine, im Tcrpenthilröl auf; kurz: sie ver­hält sich so, wre Galle, welche man außerhalb des Körpers hat verdicken lassen.

Hieraus, dünkt mich, wird alles klar, was der Ver­fasser an führt.

Doch würde ich diese Verdickung der Galle nicht zu den eigentlichen ächten Gallensteinen rechnen.

Bailie's Anarvmie.