ten des Unterleibes drücken. Es giebt kaum ein Eingeweide, I96 ) welches nicht dann und wann im Brucksack gefunden worden wäre, doch am häufigsten ist es eine Portion des Netzes oder der Därme. Der vom verlängerten Bauchfelle gebildete Sack kann fast an jeder Stelle des Unterleibes vorgetrieben werden, doch erfolgt dreß häufiger am Ringe des äußern schrägen Bauchmuskels, unter dem sogenannten Poupartschcn Bande und am Nabel. Die gewöhnlichste Lage eines Bruches in Mannspersonen, ist im Ringe des äußern schrägen Bauchmuskels; dieses kommt wahrscheinlich daher, weil diese Oeffnung I97 ) im männlichen Geschlechte weiter als im weiblichen Gcschlechte ist. Die gewöhnlichste Lage eines Bruchs im weiblichen Geschlechte, ist entweder unter dem Poupartschcn Baude oder am Nabel. Die Ursache der Häufigkeit der ersiern Lage, ist die besondere Gestalt des weiblichen Beckens, wo ein größerer leerer Raum, unter Pouparts Bande, sich fin-
geweide mit Gewalt gegen den sogenannten Bauchriug getrieben, welcher Ring auch bey möglichst fest anschließenden Beinkleidern wegen des Einbugs nnsers Körpers in . dieser Gegend völlig frey bleibt, und schlechterdings nie verhältnißmäßig gedruckt werden kann. — Siehe Z. L. Rougemont Etwas über Kleidertrachk. Bonn 1786. 4.
Aus dieser nämlichen Ursache sieht man auch durch die so genannten Reitgürtel oftmals Brüche entstehen.
So veranlassen auch die Schnürbrüste und die weiblichen Gürtel, falls sie fest geschnallt werden, und selbst die weiblichen Röcke, durch Umschnürung des Unterleibes, häufigere Brüche, als sonst sich'zeigen würden. f Siehe meine Abhandlung von den Schnürbrüsten. Berlin 1792.
196) Dieses ist vorzüglich der Fall bey den angebornen Brüchen. So fand »ich in einem dreymvnatlichen Embryo, die meisten Eingeweide des Unterleibes in einem Nabelbruche enthalten. — Siehe meine Beschreibungen und Abbrldungen von Mißgeburten, Maynz 1791- Zehnte Tafel.
197) Eine Oeffnung ist doch eigentlich der so genannte Bauchring nicht, sondern selbst der Theil der Spalte, der zwischen beyden starken Sehnenstreifen des schrägen Bauck- muskels übrig bleibt, ist dennoch durch wirkliche, wiewohl
* zarte Sehneufasem, welche jene schräge kreuzen, von außen her bedeckt und geschlossen.