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Kapitel.
det, als im männlichen Geschlecht, so, daß die Eingeweide hier weniger kräftig unterstützt werden. Die Ursache der Häufigkeit der andern Lage eines Bruche im weiblichen Geschlecht, ist wahrscheinlich eine öftere Niederkunft. Wahrend der weltgekommenen Schwangerschaft, öffnet sich der Nabel oder giebt nach, und wo Schwangerschaften häufig waren, erhalt er wahrscheinlich seine ehmalige Starke nie wieder.
Das Eingeweide, welches man am häufigsten in einem Bruchsacke antrifft, ist das Netz. Die Ursache davon ist wahrscheinlich, daß das Netz als eine lose Masse in keiner besondern Lage fest gehalten wird, und sich leicht in eine Hohle begiebt, die mit der Bauchhöhle in Verbindung steht. Ist es einmal hinabgesunken, .so hat es kein Mittel, sich selbst heraus zu ziehen, wie die Portion eines Darms, welches daher eine andere Ursache ist, daß es so oft in einem Bruche sich findet. Bleibt es lange im Sacke, so bildet es eine ziemlich feste Masse, welche bisweilen keine Verbindung mit der innern Oberfläche des Sacks hat, bisweilen hingegen mit ihr verwachsen ist. Oft entsteht keine Entzündung im Netze, wahrend es sich in dieser Lage befindet; allein gelegenheitlich tritt heftige Entzündung ein, welche selbst bis zum Brande (Absterben) fortschreiten kann.
Eine Portion des Darms, befindet sich sehr oft in ei, nem Bruchsacke entweder allein, 198 ), oder zugleich mit einem Theil des Netzes. Eine solche Portion des Darms
r§8) Sowohl dieses, als auch die vorhin angegebene Behänd, lung des Nabelstranges nach.der Geburt, ist Ursache davon, um so mehr, als sich der weibliche Unterschied des Unterleibes, nach meinen Untersuchungen, schon in den kleinsten Embryonen zeigt; daher auch bey Mädchen, durch jenes Zerren über das Pdlsierchen, mittelst der Nabelbinde, sich die Stelle noch leichter zum Bruche verändert.
Es verdient bemerkt zu werden, daß dieser Bruch bisweilen so klein rsi, daß es wohl unmöglich ist, ihn im Leben durchs Gefühl oder durchs Gesicht zu entdecken. — Ich besitze einen wie eingeklemyit aussehenden Schenkel- nekbruch, der. kaum die Größe eines Halden Haselnuß, kerns hat.