Kränkliche Erscheinungen am Schlunde. 53
Jede Substanz, welche fähig ist, die innere Haut des Schlundes, durch harte, scharfe Spitzen zu reizen, erregt ohne Zweifel Zufalle am Schlunde, wo sie zuerst in ihn ge- rath. In einem Schlunde also, der eine Neigung zum Sckrrhus hat, kann ein solcher Zufall eine erregende Ursache werden, und die Krankheit wird sich häufiger am ober» Ende zeigen; auch ist an der Anfangsmündung (Cardia) eine besondere Einrichtung der Muskelfasern, welche fähig ist, in einem gewissen Grade als einSchließmuskel zu wirken, und wahrscheinlich bey vielen Gelegenheiten eine Verengerung des Kanals daselbst hervorzubringen. Dieses macht, daß der Schlund am Anfänge des Magens (Canlia) beym Durchgänge irgend einer harten Substanz vorzüglich leidet, und endlich den Grund zu einem scirrhösen Geschwüre legt. Dieses ist die Erklärung, die vr. Hunter von den häufigen Geschwüren, am obern und untern Ende des Schlundes zu geben pflegte, und welche sehr wichtig scheint. Doch geschiehts meistens, daß Geschwüre des Schlundes, von freyen Stücken, oder mit andern Worten von Ursachen, vie in ihm selbst liegen, und welche wir nicht bestimmen kbnuen, entstehen. Findet ein Geschwür am obern Ende des Schlundes statt, so ist es fähig, sich in die Substanz der Schilddrüse zu verbreiten. In diesem Falle wird die Schilddrüse hart, vergrößert und schwärend.
Einige Zergliederer sahen einen Theil des Schlundes in Knorpel verwandelt, 1IO ) und an eben der Stelle den Durchmesser desselben gar sehr verkleinert. *) Vielleicht war dieß bloß ein auffallendes Beyspiel von der knorpeligen Beschaffenheit, welche ich oben beschrieb; oder es warVer- anderung in eine Substanz, die dem gemeinen Knorpel glich. In diesem Falle ist es eine sehr ungewöhnliche Erscheinung von Krankheit.
Ich sab ein Beyspiel von einem Schwamm, welcher an der Innenseite des Schlundes entstand, aber als eine seltene
Bonet Tom. 2. S. 3 2 .
110 ) Siehe Nota 108.
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