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Fünftes' Kapitel.
Membran, welche zusammen gezogen war, und der muskulöse Theil, der diese Stelle umgab, war vollkommen gesund. Ich weiß, daß diese Krankheit sehr langsam fortging, denn die Person, in der sie statt fand, war viele Jahre lang mit einer Beschwerlichkeit im Schlingen geplagt, und vermochte nur Substanzen von sehr geringem Umfang hinunter zu schlucken.
Die allergemeinste kränkliche Erscheinung amSchlunde, ist ein Geschwür in seiner Höhle. Geschwüre des Schlundes sind bisweilen von einer gemeinen Natur, doch am häufigsten von einem scirrhösen Anfall begleitet. Entstehen Geschwüre im Schlunde von einer gemeinen Entzündung, so ist die Struktur des Schlundes, an der Stelle, die unmittelbar das Geschwür umgiebt, ein wenig verdickt, und hat das Ansehen der in Geschwüren gewöhnlichen Anfressung. 1 ° 7 ) Ist das Geschwür scirrhöserNatur, so ist ringsum der Schlund sehr verdickt, und von sehr hartem Gewebe. Untersucht man dieses Gewebe genauer, so bestehts entweder aus einer harten, einförmigen, sieischigen Substanz, oder es ist mit eiuem häutigen Wesen durchzogen, oder es ist knorplig. IOB ) Unter solchen Umständen, ist der Kanal des Schlundes allemal mehr oder weniger verengt, und in einigen Fällen fast gänzlich geschlossen. 10 9 ) Es ist merkwürdig, daß diese Geschwüre sich am häufigsten, entweder unmittelbar unter dem Schlundkopfe, oder zunächst dem Obermagenmund (Cardia) finden.
107) Die nämliche Beschaffenheit haben die Geschwüre im Schlunde, welche sich in meiner Sammlung finden. Viele Fälle har H a l l e r in seinen ElementisPhyIiologiae,Tom. VT. Seä. TV. pag. 98. verzeichnet.
108) Einen ähnlichen wulstigen Rand finde ich überhaupt an allen Geschwüren des ganzen Darmkanals, der mir jedoch meist nichts anders als auch in andern Theilen gewöhnliche Eurzündungsharte zu feyn scheint.
Siehe Gylfer de caliofa Oefophagi Angultia, Argeutorati 1770 . 4 -
109) Siehe B. D. Mauchart de Struma Oefophagi ejusque Coa- litu difficilis et abolitae deglutitionis caufis. Tubing. 1742.
wieder abgedruekt in H a llers OillerkrMvmkur chirurgicis. Tom II. pag. 395.