Kränkliche Erscheinungen am Schlunde. 51

an einer besonder» Stelle hervorgebracht wird. Diese Krankheit, vermuthe ich, ist am gemeinsten in Frauenzim­mern, deren Constitution zart ist, und die an Nerven- Zufallen leiden. Untersucht man eine solche Krankheit nach dem Tode, so stndet mau den Schlund mehr oder weniger an einer Stelle zusammen gezogen, die sich harter als ge­wöhnlich anfühlt, wie alle in einem zusammengezogenen Zustande sich befindenden Muskeln. Gewöhnlich ist keine Erscheinung einer kränklichen Struktur damit verbunden; und doch kann ich annehmen, daß diese Zusammenziehung den Grund zu einer anhaltenden, und selbst tödtlichen Krank­heit legen kann. Die Muskelfasern des Schlundes, kön­nen die innere Membran so drücken, daß sie Entzündung in ihr Hervorbringen, welche in Eiterung übergehen, und sich sehr wahrscheinlich tbdtlich endigen konnte.

Ich sah einmal eine tddtliche Zusammenschnürung des Schlundes. Sie bestand in einer unordentlichen Faltung> der innern Membran, die eine Verengerung des Kanals an einer Stelle bildete, der Kanal dieses Tbeils war so enge an dieser Stelle, daß er kaum den Durchgang einer gemei­nen Gartenerbse gestattete. IO(J ) Jedoch bemerkte man keine Erscheinung einer kränklichen Struktur an der innern

ro6) Ich verdanke der Güte des Herrn geheimen Raths B a l- dinger ein Beysprel, wo die Zusammenschnürung des Schlundes noch stärker war, so daß er kaum eine Sonde durchließ. Die innere Haut war hier ebenfalls unordentlich gefallen, die üdrrgens mir auch weiter in Ansehung der Struktur nicht krankhaft schien.

Hingegen besitze ich eine ebenfalls tödtlich gewesene Zu­sammenschnürung des Schlundes aus einem alten Manne, wo sich viele und tiefe (vermurhlich venerische) Geschwüre im Schlundkopfe zeigen.

Wichtig ist die Bemerkung von Bleuland, daß zrr unfern Zeiten Verengerungen im Schlunde häufiger als ehedem Vorkommen. Auch mich hat die Erfahrung von der Wahrheit dieser Bemerkung durch die häufigen Fälle, wo ich deshalb um Rath gekragt wurde, überzeugt.

Einen ähnlichen Fall beschreibt auch Ivhnstone m den Memoirs of the Xondon Medical Society. Volum. II, Artik. 17.