* Erstes Kapitel.

Herzbeutels, zeigt sich eine Lage von einer gelblichen breyi- gen Materie, welche gewöhnlich nicht fest anhangt, son­dern sich leicht absondern laßt. 2 )

Gemeiniglich erstreckt sich diese Materie über die ganze innere Oberfläche, des Herzbeutels, doch ist sie verschiedent­lich dick. Bald ist sie so dünn als eine Oblate, bald so dick als ein halbes Kronstück (eine Pariser Liniö.^j In'dieser den Herzbeutel überziehenden Materie, sieht mau häufig eine leichte Rothe, die von den in ihr ver-bwtet'en 'kleinen Blutgefäßen kommt, welche man nach einer feinen Aus- sprützung am deutlichsten wahrniwmt. Diese Gefäße sind bisweilen sehr zahlreich, und lüssen sich vom Herzbeutel her in diese Materie verfolgen; auch habe ich im Herzbeutel kleine Flocken von rothem Blut gesehen. Dieser Umstand kann zu einem sehr überzeugenden Beweise bienen? 'daß diese ergossene Materie ein Lebensprincip besitzt; denn man kann wohl nicht annehmen, daß Blutgefäße in eine leb­lose 2) ») Materie sich hinbegeben, und in felbiger^erzwei-

*) Dieses Grundes bedient sichH. Hunter, um-ein Lebens- xrincipium im Blute zu beweisen. *)

2) Selbst alsdann Noch läßt sich diese nenerzeugte Haut leicht absondern, wenn sie auch schon durch und durch Mn Gefäßen belebt worden ist; allein nicht mehr, wen» sie zellstoffähn- lich geworden ist.

2) Warum sollte man dieß nicht annehmen können? Die Ein- sprützung beweist ja deutlich genug, daß die Gefäße des Herz­beutels verhältnißmäßig verlängert und erweitert werden, und eben dadurch, daß in diese gerinnbare Lymphe dieBlut- gefäße hin verlängert werden, wird sie belebt. Ich wenig­stens fand, daß die Gefäßchen in den ähnlichen Membranen, welche die Brusrhaut, das Bauchfell, oder die feste Hirn­haut überziehen, niemals das Ansehen hatten, als wenn sich in diesen Membranen selbst zuerst Gefäßchen erzeugt hätten, wie z.B.imDotter des bebrüteten Hühnchens; sondern alle­mal fand ich, besonders nach der Einsprützung, dieStämm- chen der Arterien, dieser neuerzeugten Membranen ganz offenbar von den Arterien derjenigen Häute abstammen, die von diesen Membranen überzogen wurden, welches doch nicht Statt finden sollte, wenn diese Membranen, durch ihr eige­nes Lebensprincip, Gefäße erzeugen könnten.

4) Hunter's Gründe hat Blnmenbach umständlich wider­legt, in seiner schönen Schrift: Ds vi vitali fangumis. Coet- tiügae 1/8S. 4*