des Herausgebers. xv

einen Trödelkram von Präparaten anhäufen, nicht um Vorkheil der Heilkunde daraus zu schaffen, son- Dern nur um damit Aufsehen zu erregen, Nichtkenner zu blenden und zu verwirren, und den Pöbel anzu- locken, um hinter diesen Hieroglyphen hohe verborge- ne Weisheit des Besitzers vermmhen zu lassen. Hat man nicht anatomische Sammlungen, wo an sich merkwürdige Stücke durch übele Behandlung so ver­unstaltet sind, daß wohl ein Hermes nicht ecrachen könnte, was sie vorstellen sollen; wo man recht ge- Wissentlich darauf ausging, die Gegenstände schreck­lich und widerlich, oder wenigstens recht possirlich aufzustellen, kurz: daß Leute von Erziehung sich schä­men müßten, wenn mau sie zu dieser Zunft rechnen wollte.

Es giebt, wie unter andern Nominalgelehrten, also auch unter Zergliederern eine Art, die, ungeachtet aller anscheinenden Thatigkeit, dennoch nie den wah­ren Sinn ihrer Wissenschaft erlangen, die so gedanken­los Nacharbeiten, so flach und leicht über die Haupt­sachen Hinsehen, Laß man nur zu deutlich wahrnimmt, daß weder Anlage noch Neigung sie zu dem brachte, was doch nach ihren Titeln ihr Beruf seyn sollte.

Liebe zur Wahrheit, Eifer für die Wissenschaft können hier allein entscheiden; alles erzwingen wol­len, alles erkünsteln und bernämeln, ist für den Ken­ner vergebens.