§. 27. ' <;

Ein jeder wahrer Knochen, außer allenfalls den Zahnen, entsteht aus Knorpel, oder er wird im Knorpel erzeugt, so daß er gleichsam nur die Substanz, nicht die äußere Form ändert. So nahe verwandt also auch ein Knorpel dem Knochen ist< unterscheidet er sich doch von ihm sehr auffallend-, durch seine weiße, opalartige, halbdurchsichtige Farbe, viele Feuchtigkeit, unter allen Theilen größte Schnellkraft, durchaus bis auf die Gefäße, die ihn durchziehen, gleiche Dichtig­keit, und äußerste Glgtte sowohl seiner natürlichen oder von der Natur geendigten, als seiner durchschnit­tenen Oberstäche-.

Ein Knorpel hat vollkommen das Ansehen einer reinen, sehr festen oder consistenten, milchweißenGal» lerte. Einige Knorpel zeigen sich zerschnitten, zerbro­chen, oder zerrissen, auf dem Bruche glänzend, andere hingegen, z. B. die Ribbenknorpel, besonders bey al­ten Leuten einigermaßen faserig. Wird ihnen etwas Feuchtigkeit sanft ausgedrückt, so erscheinen sie porös.

Die Knorpelscheiben, welche die rundlichen Köpfe der Knochen bedecken, sind mehrentheils in der Mitte

4) lob. lgortlvlr Hasse Oäss. ge Pabrlca Cartilagi- num Lips. 1767. 4- enthält viele eigene Versuche. Will. Hunter Philosophical Tranaactions Nro. 470.

. S. Knochenlehre- C