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benden Physiologen, bin ich's schuldig, daß es mir leicht ward, die neuesten Entdeckungen vollständig zu benuhen.

Unsere Vorfahren liebten in ihren Terminolo­gien wohl zu sehr das Figürliche, wie die Benen­nungen: Tunica villosa, Nates Cerebri, Pars petrosa ossis Tempo rum, Haemispliaerium, Crista Galli, Ala Vespertilionnm, Cisterna Chyli, Pons Cerebelli, Dura Mater, Ven$ haemorrhoidea , Pes anserinus bezeugen.

Man könnte diese Benennungen gelten lassen, wenn sie nur allemal auf den menschlichen Körper .paßten» Allein vergleicht man die innere Haut der Darme eines Hundes mit der eines Menschen, so zeigt der erste Blick, daß man die Benennung: vil­losa, vom Hunde auf den Menschen sehr gezwum gen übertrug. Vergleicht man die Vierhügel eines Kalbshirnes mit den Vierhügeln eines Menfchenhir- rres, so zeigt der erste Blick, daß man die Benen­nung: Nates, vom Kalbe auf den Menschen über­trug. So kann die Benennung r Pars petrosa, nur an Schedeln von Kälbern oder andern Thieren entschuldigt werden. Der Verwirrung, die dieses Uebertragen verschiedentlich verursachte, nicht zu ge­denken; so nannteR u y sch ganz andere Arrerienaste, Rete mirabile, als welche beyThieren ein doppeltes Rete mirabile bilden, »weil nämlich ein solches Ret« mirabile sich im Menschen nirgends finden ließ.