ÄO
- 1 7
Dürfte ich von meiner anatomisch-pathologischen Kenntnifs mir hier eine Anwendung erlauben, so kann ich mir die Zusammendrückung des vorliegenden Schädelbruchstückes nicht wohl als im trockenen, skeletirten, sehr brüchigen, oder leicht zerbröckelnden Zustande ihm wiederfahren denken, weil in einem solchen Falle durch die gleiche Gewalt die Oberkiefer beym Zerbrechen wohl in eine andere Lage gerathen wären, und auf der linken Seite wenigstens nicht so deutlich noch beysammen hätten bleiben können. Vielmehr scheint diese Gewalt dem Kopfe im frischen Zustande, bey zwar zerquetschten, aber denn doch noch immer die Knochentrümmer einigermafsen zusammcnhaltcnden Bcinhaut und Kopfdecken wiederfahren.
Daher scheint es mir noch immer eines besonderen Nachdenkens würdig. Warum von den fossilen Thieren der Vorwelt, aufser etwa den spätem von einem leichteren Boden gedeckten, gerade, besonders die Köpfe, nicht nur zerschmettert, sondern zugleich in ihren Theilen verschoben Vorkommen. Wie entsetzlich zertrümmert und zugleich verschoben sind nicht die Bruchstücke der Köpfe und Kiefer aus dem Petersberge? die Kiefer aus dem Vicentinischen? der Kopf des Spenerschen Stückes, die Köpfe der Palaeotheriums und Anoplotheriums aus dem Mont-martre, und der Kopf des Crocodilus priscus? wenn dagegen der Rückgrath und die Gliedmafsen weniger zertrümmert und zugleich weniger verschoben Vorkommen.
Ein das Thier oder sein Gerippe mit sich fortreifsender Strom oder Strudel einer Kalkauflösung vermochte dies keineswegs zu bewirken. Und gesetzt, er hätte es vermocht, so würde ein solcher Strudel die durch seine Gewalt zertrümmerten Theile zugleich aus einander fortgeschleudert, und nicht so beysammen gelassen haben, als wir sie hier in horizontale Kalkschiefer-Ebenen gelagert finden.
3
Da