Insbesondere aber hatte ich noch bey der dritten Figur dieser Tafel zum Besten der Augenärzte die Absicht, aufs deutlichste und genaueste darzustellen, wie die Arterien­zweige, die man selbst im Leben, auf dem Weifsen des Auges gemeiniglich sehr deutlich wahrnimmt, von Aestchen der Augenarterie stammen, die zwischen den Bündeln der Fleisch- und Sehnenfasern der vier geraden Muskeln durchdringen, folglich von den vier Hauptgegenden, nämlich von oben, innen, unten und aufsen, gegen die Hornhaut hin, sich verbreiten. Unter diesen zarten Arterien pflegen gewöhnlich die inneren, das ist, die an der inneren Seite der Hornhaut befindlichen, die stärksten, die äufseren hingegen so schwach oder so klein zu seyn, dafs ihnen die oberen und die unteren gleichsam zu Hülfe kommen. So dringen hier durch die Sehne des oberen, inneren und selbst des unteren Augenmuskels, zwey Arterienstämmchen, durch die Sehne des äufseren geraden Muskels hingegen nur ein und noch dazu schwaches Stammchen.

Ts scheint mir sehr merkwürdig, dafs in allen lebenden und todten Augen, die ich defshalb eigens betrachtete, beständig an der äufseren Seite der Hornhaut sich die schwächsten Arterien zeigten, so dafs, wie gesagt, und wie man auch sehr deutlich auf der Abbildung wahrnimmt, die äufsere Seite grofsentheils von oben oder von unten her mit Arterienästchen versorgt wird.

Von der Wahrheit dieser Bemerkung kann man sich leicht durch den Augenschein bey Betrachtung irgend eines lebendigen Auges überzeugen.

Vorzüglich auffallend aber habe ich diese Bemerkung bey einigen Augenkrank­heiten , z. B. Entzündungen > Leucomen, Stephylomen, Geschwüren und Gewächsen der derben Flaut, bestätigt gesehen.

Bey den vier Figuren, von den Blutgefäfsen des Auges, ist die Gröfse der Augen-' höhle nach dem Muster der dritten Tafel zum Grunde gelegt worden, um die Ueber- sicht des wahren Verhältnisses der Blutgefäfse zu ihren Muskeln und zu ihrem Augapfel ^desto genauer zu versinnlichen.

Nicht nur die Muskeln, der Augapfel und der Sehenerve, haben genau die verhältnifsmäfsige Lage zur Augenhöhle, sondern auch die Arterien und besonders der Hauptstamm N. o.p. q . in der ersten und zweyten Figur, genau die zu dem Schedel, der in der ersten Figur der dritten Tafel abgebildet worden.

Man sieht, dafs die Arterien verhältnifsmäfsig zu einem so kleinen Theile, als das Gesichtsorgan ist, ziemlich grofs und ziemlich gekrümmt scheinen. Folglich kann es bey dieser Gröfse oder Weite der Arterien dem Auge nie an hinlänglichem Blute fehlen. Und bey den ansehnlichen Krümmungen der Aeste dieser Arterien, kann der Lauf des Blutes in ihnen, im gesunden Zustande, nicht gehindert werden. Die