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allerauffallendsten, durch seine wahrhaft netzförmige Struktur vom gewöhnlichen Bau des Auges sich unterscheidet.

Auf jeden Fall also zeigt uns das Auge des Albinos wenigstens den zartesten, oder schwächsten natürlichen und gesunden Bau des menschlichen Auges.

Die vorzüglichsten Unterschiede zwischen dem gewöhnlichen europäischen Auge von mittlerer Vollkommenheit, und dem Auge des Albinos, die man auch ziemlich deutlich in der yten und 8ten Figur ausgedruckt findet, scheinen mir folgende: 1

Die Augenbraunen sind weich, falb, gelblichweifs, oder gleichsam bleich, schlicht, wie zerstreut, und scheinen mir wenigstens bey dem Knaben und Mädchen, die ich betrachtete, gar nicht zum Abhalten von Lichtstrahlen dienen zu können.

Die Augenliedermasse ist dicklich und gleichsam gedunsen.

Die Haut der Augenlieder hat mehr etwas kreidenweifses, als etwas fleischfarbenes, mehr etwas schuppiges, als etwas glattes. Der Knabe, den ich sah, hatte so viel von den Kindei blättern gelitten, dafs mir selbst die ganze äufsere Form des Auges dadurch verändert worden zu seyn schien.

Das obere Augenlied war bey denen, die ich sah, sehr schmal.

Das untere Augenlied schien fast breiter, als das obere.

Die Spalte der Augenlieder ist bey schwachem Lichte mittelmäfsig offen; bey etwas hellerem Lichte enge.

Die Augenwimpern sind sehr fein und sehr gekrümmt, und von sehr blasser, gelblichweifs er Farbe, am unteren Augenliede verhältnifsmäfsig sehr lang und dicht, gleichsam büschelförmig. Durchaus scheinen sie gleichsam überflüssig für das Abhalten des Lichts, oder, wenn ich so sagen darf, dafür wie vernachläfsigt, und nur zu mehrerem Schutz gegen Staub oder andere Körperchen, die diesem delikaten Auge schaden könnten, bestimmt.

Die Karunkel schien ziemlich stark, doch blafsrother, als bey uns.

Die Hornhaut schien dünner und convexer.

Die Blendung hat das Ansehen eines durchbrochenen, zarten, fadigen, blafs- blauen oder blaulichweifsen Gewebes? so dafs man nicht nur durch das Lichtloch, sondern gleichsam selbst durch die Lücken zwischen diesen Fäden auf den bläulich rosenfarbenen Grund des Augapfels sehen konnte, oder dafs der Grund durch die zarte, fast durchsichtige Blendung schimmerte. Auf dem Weifsen des Auges lassen sich kaum Blutgefäfse erkennen.

Uebrigens waren die Augäpfel in beyden Kindern schon bey mattem, gedämpftem Tageslicht in unaufhörlicher, gleichsam ängstlicher Unruhe, und selbst die Blendung

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