den kleinsten Winkeln ins Aüge vom Erdboden zurückprallenden Sonnenstrahlen besser vertragen, als die europäischen Augen. Daher darf man keinen Anstand nehmen, zu behaupten, dafs das Mohrenauge für Afrika vollkommener, als das Europäische sey.
Auch scheinen mir, nach allen diesen Unterschieden, die Affenaugen den Mohrenaugen ähnlicher, als den Europäischen zu seyn.
Ich wünsche, dafs andere Naturkündiger diese, meines Wissens, neue Bemerkungen durch eigene Beobachtung prüfen und erweitern mögen. Doch mufs ich erinnern, dafs diese Unterschiede sich nicht in allen Individuen gleich stark auffallend auszeichnen.
Unterschiede im Aeufseren des Auges zwischen dem weifsen Mohren und Europäer.
Wenn das Auge des schwarzen Menschen für dasjenige Extrem auf einer Seite gelten darf, welches, vermöge der Stärke und Vollkommenkeit seines Baues, das meiste Licht auf dem Erdbälle mit Leichtigkeit und Behaglichkeit verträgt, so kann das lichtscheue Auge des weissesten Menschen für dasjenige Extrem auf der anderen Seite gelten, welches zufolge der natürlichen Zartheit und Schwäche seines Baues das wenigste Licht verträgt.
Um also auch das andere dieser beyden Extreme zu versinnlichen, habe ich in der 7 ten und 8ten Figur das Auge einer noch lebenden weifsen Mohrin oder Kakerlakin von eilf Jahren genau abbilden lassen.
Auch diese Abbildung ist so wie die vom schwarzen Mohrenauge neu, indem ich wenigstens gar keine Abbildung eines ähnlichen Auges kenne.
Diese weifseste Menschen scheinen keinen eigenen Stamm auszumachen, ohn- geachtet die Beschaffenheit ihrer Haut und Augen mitunter, doch nicht allemal, erblich ist, Die Eltern nämlich der lichtscheuen Kinder, deren Augen ich abbilden liefs, hatten nichts von dieser Beschaffenheit.
Und da diese Beschaffenheit der Augen allemal angebohren, nicht erworben ist, so scheint sie auch mehr eine unabänderliche Abartung oder Ausartung, als eine eigentliche Krankheit. Denn sie betrifft nicht blos das Aeufsere des Auges, wie ich an den todten Augen von Kakerlaken fand, womit mich Herr Rougemont beschenkte, sondern durchaus gleichmäfsig, ohne Ausnahme, sämmtliche Theile des Auges, so dafs selbst die Markhaut, oder das eigentliche unmittelbare Organ des Sehens am