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Zeiten, durch nähere und richtigere Kenntnifs der wahren Beschaffenheit derselben , sehr Vieles gewonnen *). Dieses erhellt auch unter andern, zum Glücke der guten Greise, die wir zu behandeln haben, aus der Ueber- einstiinmung aller erfahrenen Practiker in der Wahl der anzuwenden den Mittel, um diese Krankheit aus dem Grunde zu heben. Dieses Mittel, worin ohne Ausnahme dermalen alle Aerzte übereinstimmen, sind die Kerzen oder Bougien. Nicht über das Mittel selbst, sondern nur über die Art der Anwendung desselben, herrschen noch einige Verschiedenheiten.
Doch, da der Patient selten einen Arzt wegen einer Verengung seiner Harnröhre zu Rathe zieht, bevor sie ihm nicht Schmerzen oder Harnverhaltung erregt, so handle ich auch von diesen Zufällen zuerst. Tritt also eine von einer Strictur der Harnröhre herrührende Harn- ' / Verhaltung ein, z. B. nach einer grofsen Erhitzung, durch Ausschweifung,
^‘^^jiach vielem genossenen Weine, oder nach einer heftigen körperlichen ^A^hliJ^^'^ a - / ^<Bewegung, starkem Ritte oder dergl., so gebraucht man, um, wo mög- lieh, durch die eigenen Kräfte des Patienten , ohne ein eingebrachtes Instrument, die Krankheit zu überwinden , entzündungswidrige und * krampfstillende Mittel, welche bisweilen schnell und vollkommen die
^^Harnverhaltung losen. Dahin gehören: ein allgemeine^ Aderlafs, Blut- m egel an’s Mittelfleisch, erweichende Klystiere mit Mohnsaft, laue Bäder,
f iys ' Dampfbäder, erweichende Breye auf’s Mittelfleisch, z. B. aus gequetsch
ten gebratenen Zwiebeln. — Den Patienten lasse man nicht viel trinken; um daher mit wenigem Getränke seinen Durst zu löschen, wähle man säuerliches oder schleimiges Getränk, z. ß. Limonade, dünnen/Ungesalzenen Haber-'oder Gerstenschleim, Trauben, wenn es gerade Herbst ist. Innerlich reiche man Mohnsaft, oder Calomel mit Mohnsaft.
Erfolgt unter dem Gebrauche dieser allgemeinen und örtlichen Mittel —• vermittelst der aufgeforderten eigenen Kräfte des ganzen Or-
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Sabatier sur la nature et le traitement des retentions d’mine in Fodrcroi 1 » la Medicine eclairee par les Sciences physiques, Tome I, 1791. pag. 2 ^ 5 . 2Ö2.
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