bis drey Linien Ausdehnung an einigen Stellen der Harnröhre. Ob ich gleich noch keine Gelegenheit hatte, kleine Gesclnvürchen der Harnröhre in Leichnamen selbst zu sehen, so sind mir doch Patienten vorgekom- men, welche, nach allen Schilderungen ihrer Empfindungen in der Harn­röhre zu urtheilen, Geschwürchen in derselben hatten, welche auch nach Naüches Urtheil nicht wegzuläugnen sind.

Die Gegner aller Einspritzungen bey der Heilung des Trippers schreiben auch die Erscheinung der Verengung der Harnröhre dem Ge­brauche derselben zu. Allein jeder erfahrene Arzt wird häufig genug bey Patienten , die nie eine Einspritzung in die Harnröhre brachten, Verengungen der Harnröhre angetroffen haben Ä ); so wie gerade umge­kehrt die wenigsten Verengungen unter den Patienten, welche durch gehörige Einspritzungen gar bald vom Tripper befreyt wurden. Dafs ätzende Einsprützungen sie verursachen können , braucht wohl keines Beweises. -

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Ist eine Verengung der Harnröhre nicht sehr grofs, und nicht alt, so läfst sie sich ziemlich leicht wegbringen. Sie erfordert aber schon selbst in diesem Falle eine anhaltende, nicht ahg c^ o zt o , aesrntorisch e Behandlung. Allein wenige Patienten fragen früh genug den Arzt um Rath, noch wenigere achten auf diesen Rath, und die wenigsten befolgen ihn getreulich bis zur vollkommenen Heilung. Es ist daher meistens eigene Schuld des Patienten, dafs diese Verengungen sich einwurzeln, und einen Grad erreichen, welcher den Patienten, leider zu spät! zwingt, mit gröfster Aengstlichkeit schleunige Hülfe zu suchen. Es ist daher Pflicht des Arztes, auth bey den geringsten Spuren einer Harnröhrenverengung dem Patienten die ganze GrÖfse der Gefahr nachdrücklichst vorzustellen,

*0 Der sehr erfahrne Th. Whatelit (Practical Observations on the eure of the Gonorrlioea virulenta in man. London 1801.) sagt ausdrucklieh, dafs Verengungen der Harnröhre ahn häufigsten in den Fällen Statt finden, wo man keine Einsprützun­gen angewendet hatte.

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