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Dafs wenigstens zuverläfsig nicht alle Verengungen der Harnröhre von venerischem Gifte kommen, beweisen die Fälle, welche man davon schon bey Hippocrates, Alexander Trallianus, und be­sonders bey Aetius Amidenüs^u. s. f, antrifft. Naüche erzählt mehrere einzelne Fälle ausführlich, wo solche Verengungen zuverlafsig nicht von vorhergegangenem Tripper entstanden, sondern von Verlänge­rung des Beyschlafs, von unnatürlichen Lastern, vom Brann^fweintrinken, adstringirenden Einspritzungen und ätzenden Bongien.

Blutanhäufungen in dem schwammigen Zell ge^fee der Harnröhre, welche eine Aehnlichkeit mit den sogenannten Hämorrhoidalknoten haben, veranlassen leicht Verengungen der Harnröhre, besonders bey Männern von grofser Lebensconsumtion, die sich häufig venerischen Ausschweifungen überliefsen. Man findet daher diese Venen bis zur Dicke von Federspulen angelaufen. Das schwammige Gewebe verliert endlich durch die Ausdehnung an dieser Stelle seine Schnellkraft. Auch Larbaud nimmt ein solches Engorgement variqueux des ZeII|^veSes der Harnröhre, als Wirkung der Verengung derselben, an, gegen. Hunter, Desault und Ciiopart.

Bisweilen, wiewohl seltener, geben Narben von vorhergegangenen wahren Geschwüren der Harnröhre Veranlassung zu einer Verengung. Denn ungeachtet anatomische Untersuchungen während eines Trippers gestorbener Personen keine Geschwüre in der Harnröhre zeigten , so läfst sich doch nicht läugnen, dafs es nicht Geschwiirchen in der Harn­röhre, so wie überall, im Darmlcanale, in der Luftröhre u. s. f. geben sollte. Wenn nämlich so grofse Geschwüre und Abscesse sich in der Harnröhre erzeugen, als wir so wahr und genau bey Baillie a ) ab­gebildet finden, so läfst sich auch wohl nicht läugnen, dafs nicht kleinere entstehen, und Narben zurücklassen sollten. Parroisse b ) , um nur einen der neuesten Zeugen zu nennen, fand wirklich Fältchen von zwey

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a) Engravings. Fase. VIII. Plate V. fig. I.

b) Opuscules de Chirurgie. Paris 1806. S. 3o2.

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