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me. Sehr stark angelaufene Venen (varices) der Harnröhre findet man übrigens oft genug bemerkt a ).

§ 89-

Von der Blutung bey Steinbeschwerden unterscheidet sich das eigentliche Blutharnen: 1) Durch die vorgängige Abwesenheit aller characteristischen Kennzeichen eines Steins; e) durch den Aufenthalt des Patienten in einer Gegend , wo Steine nicht häufig Vorkommen. 3 ) Beym Blutharnen verräth die Untersuchung der Blase mit einem ge­ölten Finger durch den Mastdarm keinen harten Körper. 4) Macht selten ein ruhig, und bis ins hohe Alter unentdeckt gebliebener Stein auf einmal eine so arge Blutung. Kleine, mittelmäfsige, zackige und spitze Steine erregen am gewöhnlichsten Blutung. 5 ) Ist der Patient einige Tage lang besonders ruhig gewesen , und plötzlich erscheint demungeachtet Blutharnen, so darf man wohl nicht an den Stein denken ; denn wenn ein Stein ruhig und unentdeckt liegt, so erregt er wohl nach heftiger Lei­besbewegung , nicht bey der gewohnten Ruhe, Blutung. 6) Litt der Patient ehedem an Hämorrhoidalbeschwerden, so darf man auch hier eine ähnliche Ursache des Blutharnens vermuthen. 7) Zeigen sich zu gleicher Zeit Hämorrhoidalknoten am After, so ist die Erkenntnifs noch leichter.

§. 90.

Zur Unterscheidung beym Blutharnen, ob das Blut aus den Nieren (Vogel* s Haematuria) oder aus den Gefäfsen der Harnblase quillt, hat man folgende Zeichen: Kommt das Blut aus den Nieren, so ist 1) selten, bey genauerer Erforschung, die Nierengegend von aller fremdartigen Empfindung, von jedem dumpfen oder lebhaften Schmerze frey. 2) Ist gewöhnlich das aus den Nieren kommende Blut inniger mit dem Harne vermischt, als das aus den Gefäfsen der Blase kommende, welches sich

*0 Salzbuiger Med. Cbir. Zeitung. 179 °. S. 3 ^ 0 . Desgl, Nauche a, a, O.