nicht irre. Denn diese Verdickung der Harnblase besteht in keiner natürlichen , blos von Alter herrührenden Veränderung, sondern in einer -wahrhaft kranken Afterorganisation. Diese Verdickung der Harnblase, ist keine blofse Verhärtung einer Haut durchs Alter, welche umschaffen äu wollen freylich unsinnig wäre, sie erfolgt nicht durchs Ab nehmen, sondern durchs Hinzutreten eines Stoffes, dessen sich die Natur gern wieder entledigt, sobald sie auf rechte Weise unterstiizt wird. Häute, die durchs Alter verhärten dagegen, werden dünner, und dichter, nicht dicker und aufgeschwemmter. Ist also eine Verdickung der Harnblase nicht schon zu alt, nicht mit andern, sie veranlassenden unheilbaren, Uebeln verbunden, so kann man Hoffnung haben, sie selbst bey alten Männern, wo nicht ganz zu heilen, doch wenigstens zu vermindern. Man lasse zu diesem Zwecke den Patienten milde Speisen und mildes Getränk ge- niefsen. Man mache, besonders bey dem mindesten Verdachte, dafs sie von venerischem Gifte herstammen, Einreibungen von Quecksilbersalbe ins Mittelfleisch, sorge für gehörige Leibesöffnung, brauche kleine, erweichende, mit dem Pulver des Schierlingskrautes versezte Klystiere, und lauwarme, ganze oder halbe Seifenbäder, oder auch Dampfbäder. Dafs man die damit etwa complicirten Gicht- oder Hämorrhoidal-Beschwerden, Flechtenausschläge u. s. f. kunstmäfsig zu behandeln suchen müsse, bedarf wohl keiner neuen Wiederholung. Trank der Patient seit einiger Zeit wenig, so dürfte man ihm rathen unter Tages mehr zu trinken, und den Urin dabey ein wenig anzuhalten , um eine sanfte Ausdehnung der verdickten Harnblase zu versuchen. Besonders sind auch noch Einsprützun- gen von Eibischabsud in die Blase zu empfehlen.
Dafs wenigstens diese Hoffnung nicht eitel ist, beweisen sowohl die Fälle von GilChrist“) und Lind Ä ) , als Nauche'U) Zeugnifs, nach welchem sogar, bey sonst richtiger Behandlung der Harnverhaltung, die Verdickung der Harnblase sich von selbst vermindert.
a ) Am ang. Orte.
b) In S immo ns Sammlungen. Nro. 3.
<r) Sur le Retentions d’Urine. Paris. 1806. Hr. Nadchs fand die Harnblase zwey- mal eben so dielt, als J, Hunter.