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§. 6o.
Doch in einem Falle soll der Blasenstich durch den Mastdarm, vor
3rm leicht, ln d auch an.
dem Blasenstiche über den Schambeinen den Vorzug haben; wenn nämlich die Harnblase nur das kleine Becken anfüllt, und nicht hoch genug sich über die Schambeine erhebt, so dafs man die Blase nicht hier, aber wohl im Becken erreichen und fühlen kann. Ich gestehe, dafs ich die
blu lur einen inLuDwiG, en Wundarzt abgestanden
IxjRRAY^in.
Geschick-
Stärke dieses Einwurfs nicht deutlich einsehe. Denn ist die übrigens gesunde Harnblase so wenig durch den Harn ausgedehnt, dafs sie wirklich nicht den obern Rand der Schambeine erreicht, so hat es wohl mit der Harnverhaltung keine dringende Gefahr. Ist die Harnblase hingegen natürlich sehr klein, oder wegen krankhafter Beschaffenheit nicht im Stande ausgedehnter zu werden, so möchte der Blasenstich durch den Mastdarm
war es neuer* id der Blase i und Erfah- stichs durch
wenigstens gleich mifslich seyn.
Indessen sollte man sich, meines Erachtens, auch selbst durch diese Kleinheit der Harnblase nicht abhalten lassen, den Blasenstich über den Schambeinen, in diesem Falle zum Theil hinter den Schambeinen zu
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den Blasfen* iten gesehen :t er an, dafs
machen, da nicht nur die Harnblase beständig dicht hinter den Schambeinen liegt, sondern da man auch in jedem Falle hinter dem Rande der Schambeine, durch die mit einem Schnitte getrennten Bauchdecken, einen jeden Finger tief genug einbringen kann, um die Blase unfehlbar zu erreichen. Man betrachte nur die, für diesen Punkt, der Natur vollkommen getreue Abbildung in Lebensgröfse bey Camper*), und man wird finden, dafs -selbst die vollkommen zusammen gezogene Harnblase (Q. B.) keine anderthalb Zoll unter dem obersten Rande der Schambeine liegt, folglich auch mit jedem Finger bequem erreicht werden kann, um wie vielmehr, wenn sie
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vom Harne nur einigermafsen ausgedehnt ist? Daher sagt auch Richter: „Es ist beynahe unmöglich liier die Blase zu verfehlen.”
*) Demonstrationes anatomico-path^logicae. Lib. II., 1762. Tab. III., Hg. 1. Sehr gut copirt in der deutschen Uebersetzung von Beus Lelirbegriff der Wundarzney- kunst, 2ter B, Leipzig, 1786. Tab. VII. , üg. 2. und in Aräemasss System der Chirurgie, iter Thl, Güttingen, 17^6, Tab, I.
§60.
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