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doch wahrlich mir bey dieser, und nicht bey jener Operationsart in der Wirklichkeit Statt fand.
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Herr Murray nennt den Blasenstich durch den Mastdarm leicht, für jeden Anfängen Nach allem was ich darüber erfahren , und auch angeführt habe, nur leicht für einen unbesonnenen, ’gewifs nicht für einen besonnenen Anfänger. Wäre sie denn so leicht, wie würde ein Ludwig, ein Mayer, den Herrn Murray selbst einen geschickten Wundarzt nennt, von den Versuchen diese Operation zu verrichten, abgestanden seyn? Auch Paletta ist nicht der Meynung des Herrn Mu r n a y, indem er ausdrücklich schreibt: „Nicht alle Wundärzte haben die Geschicklichkeit die Blase durch den Mastdarm zu öffnen. Mehrmals war es neuerdings der Fall, dafs der Stich zwischen dem Mastdarm und der Blase durchgieng.” Ich gestehe, dafs ich nach meinen Versuchen und Erfahrungen keinen Begriff von der gröfseren Leichtigkeit des Blasenstichs durch •den Mastdarm, als über den Schambeinen habe,
r. §• ,
* Herr Murray nennt den Blasenstich durch den Mastdarm ge- fahrlos. Wie wenig man damit übereinstimmen kann, zeigt nicht nur •alles oben angeführte, sondern selbs t Herrn Murray’s eigene Abhandlung. Er erzählt nämlich, dafs er selbst Herrn Bkrtrandi den Blas'fen- stich über den Schambeinen mit dem besten Erfolge verrichten gesehen habe; von dem Blasenstich durch den Mastdarm dagegen führt er an, dafs er ihn einem so geschickten Wundarzte, als Herr Mayer, zu zweyen- malen an demselben Manne, mifslingen gesehen habe, so dafs Herr Mayer zu dem sogleich gelingenden Blasenstiche über den Schambeinen gezwungen ward. Folglich sprechen selbst gerade seine beyden, von gelungenem Blasenstiche über den Schambeinen erzählten Fälle, gegen ihn, um so mehr, als er keinen von dem Blasenstiche durch den Mastdarm ge- lungenen Fall anführt.
§ 60.