§. 56. I r
Sollte nicht der Blasenstich über den Schambeinen* vor dettt >ßlasen- sticlie durch den Mastdarm, auch defshalb den Vorzug verdienen, weil sich beym Blasenstiche über den Schambeinen f sowohl im Stehen, als im Sitzen und Liegen des Patienten, der Harn in seiner Blase ziemlich an- •sammeln kann, ehe er die gemachte künstliche Oeffnung erreicht oder in dem Röhrchen aufsteigt. Hierdurch kann folglich auch das natürliche ^Geschäft der Harnblase eher wiederkehren, als wenn die Blase, wie bey der Durchbohrung durch den Mastdarm, so niedrig geöffnet ist, dafs man dem beständigen Wegsickern des Harnes in den Maatdarm keinen Einhalt zii thun vermag.» •
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§• 5 ;.
M'üt. bat hält den Blasenstich durch den Mastdarm für kürzer, als den Blasenstich über den Schambeinen. Wenn dies auch in einigen Fällen richtig seyn dürfte, so ist es doch gewifs nicht in allen. Die Unter- suchung und das Auffinden der besten Stelle zum Durchstechen erfordert gewifs nicht weniger Zeit, als man braucht, um selbst im beschwerlichsten Palle! (wo näinlich .vieles Fett des Schamberges durch die Haut sogleich die Blase niit vollkommener Gewifsheit zu Fühlen hindert), zur Blase zu gelangen. Fühlt man die Blase hingegen deutlich durch die mageren Bauch- decken, so ist gewifs der Blasenstich augenblicklich, folglich noch weit kürzer über den Schambeinen, als durch den Mastdarm verrichtet, wo man doch erst‘rechtgenau und lange ‘nachfühlenimufs, um sicher zu gehen. Uebrigens brauche ich kaum zu erwähnen, dafs die Kürze einer Operation allerdings ein herrlicher Vorzug ist, wenn alle übrigen Umstand z. B. Sicherheit vor iibeln Folgen gleich sind. Wundern mufs man sich aber, Herrn Murray die Kürze des Blasenstichs durch den Mastdarm gerade bey der Erzählung eines Falles rühmen zu sehen, wo doch zweymalige Versuche diesen Blasenstich zu verrichten, nicht gelangen , dahingegen der Blasern stich über dem Schambein sogleich gelang, folglich die gerühmte Kürze