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§• 49 -
Der Blasenstich durch den Mastdarm trifft gewöhnlich eine Stelle der Blase, die ohnehin schon durch den gröbsten Niederschlag und Bodensatz im Harne gereizt, krampfhaft zusammengezogen, schmerzhaft geworden , ja wohl gar entzündet ist. Warum soll man hier nun noch Reiz, Geschwulst, Schmerz, Krampf oder Entzündung durch den Stich vermehren? Der Blasenstich über den Schambeinen thut das nicht; er trifft gewöhnlich eine bey weitem weniger empfindliche Stelle der Harnblase, welche auch nach Richtern a ) bey Harnverhaltungen am wenigsten Neigung hat sich zu entzünden.
§•
öo.
Da man gemeiniglich in den, durch den Blasenstich gemachten, neuen Kanal ein Röhrchen von Federharz einbringt, um selbiges eine Zeitlang liegen zu lassen, so kann wohl keine Frage seyn, wie es dem Kranken erträglicher Vorkommen wird, das Röhrchen liegen zu haben im Mastdarme oder über den Schambeinen. Der gewifs sehr empfindliche Mastdarm und After wird unaufhörlich gereizt und gedrückt, und das Röhrchen plagt den Patienten sowohl im Sitzen als im Liegen. Ja'selbst nach Murray macht dieses Liegenlassen des Röhrchens durch beständigen Druck und Reiz, sogar Fistelgänge. Nichts dergleichen leidet der Kranke, wenn das Röhrchen über den Schambeinen liegt. Der Kranke kann mit demselben ohne alle Beschwerde liegen, sitzen, stehen und gehen.
Eben so wenig kann ein Zweifel darüber obwalten, wo dieses einge- brachte Röhrchen, unter übrigens gleichen Umständen, ruhiger liefen bleibt, in dem über den Schambeinen, oder in dem durch den Mastdarm laufenden Kanäle. Auch Herrn Paletta ist es daher noch bey keinem seiner Operirten widerfahren, dafs ihnen das Röhrchen aus dem Kanäle über den Schambeinen ausgegleitet wäre.
Noch weniger kann man darüber streiten , dafs ein durch den Mast-
») Wundarzneykunst. 6 Band, §. 36i.
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