darm eingebrachtes Röhrchen mit jedem Stuhlgange unausbleiblich ausge­trieben wird, und jedesmal die dem Kranken sowohl, als dem Arzte lästige Einbringung eines frischen Röhrchens erfordert, Diese nicht geringe Un­bequemlichkeit fällt bey dem Kanäle über den Schambeinen gänzlich weg.

Am allerwenigsten kann man darüber streiten, welche Methode des Blasenstichs der Reinlichkeit wegen, sowohl an sich, als wegen des nach- herigen verdriefslichen, so oft zu wiederholenden, selbst schmutzigen Einbringens des Röhrchens, den Vorzug verdient.

§. 5i.

v Bisweilen ist es unmöglich, den Blasenstich durch den Mastdarm zu verrichten, weil eine im Becken befindliche vorliegende Wulst von Fett den in den Mastdarm gebrachten Finger hindert, durchs Gefühl die ansefüllte Blase zu unterscheiden. Bonn erzählt einen solchen Falk wo man defshalb genöthigt ward, von dem Blasenstiehe durch den Mast­darm abzustehen, und ihn über den Schambeinen zu verrichten.

. . § 5s.

Eben so unthunlich ist der Blasenstich durch den Mastdarm, bey einer beträchtlichen Geschwulst der Prostata , daher findet auch nach Richter bey einer Harnverhaltung, welche von einer Entzündung des Blasenhalses, oder von einer Entzündung *) und Anschwellung der Pro­stata h ') herrührt, der Blasenstich über den Schambeinen ganz allein Statt. Daher schreibt Frank. c ) von dem Blasenstiche über den Scham­beinen unter solchen Umständen: ,,Optiino ad pubem vesicam perforavi consilio. Daher auch in dem Falle, welchen A. Murray tl> ) und Meyer tf ) erzählen, ein "jähriger rheumatischer Mann, welcher an

a ) Am angeführten Orte §.333,

5) A. a. O. §. 345. und 36 1 .

c) De curandis hominum morbis, Vol. V. pag. 243 .

J) A. a. O. ^

e) In Römers Abh. der Schwed. Aerzte, 1 . Th]. S. 248 , wo er Ilm. Murrays Erzählung berichtiget, und die Leichenöffnung hinzu fügt.