Mark aus Rindsknochen , mit etwas flüchtigem Salmiakgeist und Caje- putöle vermischt, und ein flanellen Kamisol auf den blofsen Leib.

Hat man Ursache zu vermuthen, dafs ein blofser Krampf im Bla­senhalse die Blasenlähmung verursacht, so braucht man erweichende Klystiere mit Mohnsaft, ein warmes Bad, warme erweichende Breye aufs Mittelfleisch, kurz, man verfährt wie beym Blasenkrampfe. §. 18.

Ist der Blasenhals schmerzhaft, und defshalb das Einbringen des Catheters nicht thunlich, so legt man Blutegel oder Schröpfköpfe ans Mittelfleisch.

Ist verhärteter Koth im Mastdarme die Ursache , so sucht man diesen durch Klystiere , ja selbst durch ein eigenes Instrument wegzu­schaffen.

Ist ein Vorfall des Mastdarms Schuld an der Blasenlähmung, so verliert sie sich mit dessen Hebung.

Ist der Widerstand im Halse der Harnblase, oder die Verengung in der Harnröhre, vor der Hand wenigstens zu grofs , um durch den vereinigten Druck des Zwerchmuskels und der Bauchmuskeln überwun­den zu werden, und läfst sich kein Catheter einbringen, so zögere man nicht zu lange durch den Blasenstich über den Schambeinen §. 66. dem Kranken zu helfen.

§. 41.

Ist nun entweder durch den Catheter oder durch den Blasenstich über den Schambeinen, die dringendeste Gefahr abgewendet, und das Wie­derkommen der Blasenlähmung, wie Öfters der Fall ist, zu besorgen, so bemüht man sich die Muskelfasern der Harnblase zu neuem Leben aufzu­regen. Besonders rühmen viele Aerzte die Arnica, defsgleichen Campher mit Schleim oder Speichel vermischt in die Schenkel eingerieben*), Mo­schus, Ipecacuannha in kleinen Gaben, Terpenthin-Syrup, Oleum anima­le Dippelii, leichte harntreibende Mittel, z. B. Wachholder, Spiritus

*) A. j. Chrestiew de la Methode iatroliptique, Montpellier, An. XII., Obs, 5.

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