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riöhtung ab, um vermittelst einer Sprlitze den Harn aus der Blase zu bringen.* *

Hat man durch den Catheter die Harnverhaltung bey der Blasen­lähmung t glücklich überwunden, und den Urin völlig abgelassen, so ^empfehle man dem Kranken aufs allernachdrücklichste, nie wieder die Ansammlung des Harnes., auf einen so bedeutenden Grad kommen zu lassen, sondern sogleich, und so oft als er den mindesten Trieb zum Harnen spürt, das Wasser zu lassen , oder wenn es ihm an Vermögen fehlen sollte, den Harn * auszutreiben , bey Zeiten und öfter sich des Catlieters zu bedienen. Auch belehre man den Patienten über die Noth- «wendigkeit, den Harn jedesmal vollkommen bis auf den lezten Tropfen auszuleeren. Ist der Patient nicht gar zu empfindlich, so läfst man, um die Harnblase an eine Verkleinerung zu gewöhnen , einen gehörig ein- gebrachten Catheter aus Federharz eine Zeit lang beständig in der Harn­röhre liegen, und Öffnet ihn alle 3 bis 6 Stunden. Den Catheter offen liegen zu lassen, ist doch, tbeils der alsdann fast nicht zu vermeidenden Unreinlichkeit, theils der leichteren Verstopfung wegen, nicht rathsam. < \r u rf'irt Jeden sechsten Tag etwa bringt man einen frischen solchen »Catheter ein. r Da bey Männern von hohem Alter eine überhandgenommene, besonders

lange Zeit vorher uhentdeckt gebliebene Blasenlähmung sich fast nie

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gänzlich heben läfst, so ist es am besten, den Kranken die Einbringung des Catheters mit ieigenen Händen zu lehren, und keinen Catheter be­ständig liegen zu lassen.

Allein, Trotz aller angewandten Kunst gelingts nicht immer, den Catheter in die Blase zu bringen, daher man sich genöthigt sieht, auf allerley Mittel zu sinnen , um sympathisch die Blase selbst zur Zusam- menziehnng zu reizen, z. B. durch eiskalte Aufschläge auf den Schamberg, durch Verkältung der Füfse auf einem eiskalten Boden.

Um der Blasenlähmung zubegegnen, und die Folgen derselben zu verzögern, empfiehlt Lkntin wöchentlich zweymal Bäder aus abge­kochten Kalbs - oder Harnmelsfüfsen , und nachher Einreibungen des ganzen Rückgraths mit einer Salbe aus gekochtem und wieder erkalteten

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